Rohölpreise starten nahe Dreimonatstiefs in neue Woche

Blockaden von Ölfeldern und Häfen haben die libyschen Ölexporte in den vergangenen Monaten stark eingeschränkt. Nun könnte sich die Lage stabilisieren.

 

Anfang vergangener Woche sind die Rohölpreise auf Dreimonatstiefs abgesackt. Erstmals seit Anfang Juni fiel der WTI-Preis unter die 38-US-Dollar-Schwelle, während Brent unterhalb von 40 US-Dollar gehandelt wurde. Verhaltene Nachfrageaussichten hatten die Stimmung an den Terminbörsen gedämpft. Hinzu kamen enttäuschende Bestandsberichte aus den USA. Sowohl das American Petroleum Institute als auch das US-Energieministerium gingen von einem Anstieg der Rohölvorräte aus. Vor dem Hintergrund bevorstehender Produktionssteigerungen der OPEC+ zeigen sich Marktteilnehmer besorgt, dass die Ölnachfrage hinter dem Angebot zurückbleiben wird. Verstärkt wird diese Sorge am Morgen durch eine Meldung aus Libyen. Der OPEC-Mitgliedsstaat ist wegen instabiler Produktionszahlen vom laufenden Kürzungsabkommen ausgenommen. Doch nun bahnt sich auch in Libyen eine Steigerung des täglichen Outputs an.

US-Botschaft gibt Einblick in Libyens Produktionspläne

Nach Informationen der US-Botschaft könnte Libyen seine Tagesproduktion schon bald hochfahren. Grundlage dieser Erwartung ist ein Schriftwechsel zwischen der US-Botschaft in Tripolis und der Libyan National Army (LNA). Hierin heißt es laut Medienberichten, LNA-General Chalifa Haftar plane die „vollständige Wiedereröffnung des Energiesektors“. Wegen des Machtkampfs zwischen der Regierung in Tripolis und der von Haftar geführten LNA ist es in den vergangenen Monaten verstärkt zu Blockaden libyscher Ölfelder und Exporthäfen gekommen. Im Zuge dessen ist die Tagesproduktion des OPEC-Mitglieds von 1,1 Millionen Barrel auf nur noch 100.000 Barrel zurückgegangen. Bislang haben sich weder die LNA noch die staatliche National Oil Corporation zu den Informationen der US-Botschaft geäußert. An den Terminbörsen wirkt allerdings allein der Hinweis auf einen weiteren Anstieg des weltweiten Ölangebots bearish.

Nächster Sturm nimmt Kurs auf Golf von Mexiko

In den Vorwochen haben die Hurrikans „Marco“ und „Laura“ für erhebliche Einschränkungen in der US-Ölproduktion gesorgt. Nun nimmt der nächste Tropensturm Kurs auf den Golf von Mexiko. Noch in der Nacht könnte Tropensturm „Sally“ zu einem Hurrikan heraufgestuft werden. Meteorologen rechnen damit, dass „Sally“ morgen zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi auf Land treffen wird. Am Wochenende gaben Ölunternehmen wie Chevron und Shell bereits bekannt, ihre Ölplattformen zu evakuieren und die Produktion zu unterbrechen. Auch der Raffineriebetrieb in den betroffenen Regionen wird voraussichtlich vorübergehend heruntergefahren.

An den Terminbörsen überwiegen am Montagmorgen die Nachfragesorgen. Entsprechend orientieren sich die Rohölpreise im Bereich ihrer Dreimonatstiefs abwärts. WTI wird am Morgen bei 37,29 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 39,74 US-Dollar. Die Heizölpreise orientieren sich auf Mehrjahrestiefs seitwärts. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 40,84 Euro.

 

 

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