Rohölpreise stellen zu Wochenstart Viermonatsrekord auf

Arbeitsmarktdaten aus den USA wecken Hoffnung auf eine langsame, wirtschaftliche Erholung. Im Juni ist die Arbeitslosenquote gesunken.

 

Auf Einwochentiefs gingen die Rohöl-Futures in der Vorwoche aus dem Juni. Weltweit und insbesondere US-weit steigende Corona-Neuinfektionen hatten einen bearishen Effekt auf die Preisentwicklung. Mehrere Tage in Folge lag die Zahl der Neuinfektionen in den USA oberhalb von 50.000, weltweit wurde zuletzt die Marke von 11 Millionen neuen Corona-Fällen innerhalb eines Tages überschritten. Neben den USA bleibt die Lage auch in Brasilien, Indien und Russland angespannt. Bei anhaltend hohen Infektionszahlen herrscht an den Terminbörsen Unsicherheit hinsichtlich nicht absehbarer, langfristiger Auswirkungen der Pandemie. Dennoch bestand nach dem Monatswechsel Aufwärtspotenzial. Es wurde bekannt, dass die OPEC-Mitgliedsstaaten ihren Output im Zuge der Kürzungsmaßnahmen auf den niedrigsten Stand seit 1991 zurückgefahren haben. Hinzu kam die Meldung überraschend stark eingebrochener US-Rohölvorräte. Bei bullisher Impulslage sind die Rohölpreise im Bereich ihrer Dreieinhalbmonatshochs ins Wochenende gegangen. Zu Beginn der neuen Handelswoche bleibt die Stimmung bullish.

US-Arbeitsmarkt im Juni mit leichter Stabilisierung

In den aktuellen US-Arbeitsmarktdaten finden sich erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Lag die Arbeitslosenquote noch im Mai bei 13,3 Prozent, ging sie im Juni auf 11,1 Prozent zurück. Im Monatsverlauf wurden 4,8 Millionen neue Jobs geschaffen. Arbeitsplätze entstanden vor allem in den Bereichen Freizeit und Handel. US-Präsident Donald Trump sieht hierin ein Zeichen für die Rückkehr der US-Wirtschaft, wie er am Donnerstag in einer Pressekonferenz erklärte. Seit März gingen US-weit mehr als 22 Millionen Arbeitsplätze verloren. Die Zahl der seitdem neu geschaffenen Arbeitsplätze bleibt mit 7,5 Millionen weit dahinter zurück. Zu berücksichtigen ist zudem, dass die US-Arbeitsmarktdaten Mitte Juni und damit vor Ausbruch der derzeitigen zweiten Infektionswelle erfasst wurden. Abzuwarten bleibt also, welchen Effekt rekordhohe Infektionszahlen und erneute Lockdowns auf die Arbeitsmarktentwicklung haben werden.

Libyens Ölexporte gehen weiter zurück

OPEC-Mitgliedsstaat Libyen wird seine Ölexporte im Juli weiter zurückfahren. Wurden im Juni noch 1,8 Millionen Barrel exportiert, werden es in diesem Monat voraussichtlich nur 1,2 Millionen Barrel sein. Das geht aus Informationen des Nachrichtensenders Bloomberg hervor. Demnach werden von den Verladeterminals Bouri und Farwah jeweils 600.000 Barrel verschifft. Angesichts des anhaltenden Bürgerkriegs sieht sich das nordafrikanische Land immer wieder mit Blockaden von Ölfeldern konfrontiert. Die landesweite Ölproduktion ist im Zuge dessen eingebrochen. Das zeigt sich auch in den stetig sinkenden Ölexporten. Da die Ölnachfrage weiterhin pandemiebedingt niedrig ist, wirkt jede Meldung über eine Verringerung des weltweiten Ölangebots bullish.

Entsprechend klettern die Rohölpreise am Morgen auf Viermonatshochs. WTI wird bei 40,96 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,54 US-Dollar. Auf einem so hohen Niveau haben sich die Rohöl-Futures zuletzt Anfang März bewegt. Eine Seitwärtsbewegung zwischen 48 und 50 Euro hat den Juni am Heizölmarkt geprägt. Vor dem Wochenende lagen die Heizölpreise knapp oberhalb von 49 Euro auf Einwochenhochs. In den vergangenen Tagen gaben sie hierzulande wieder etwas nach. Um durchschnittlich mehr als einen Euro fielen die Heizölpreise im Laufe des Wochenendes. Unverändert starten sie heute in die neue Woche. Damit kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt aktuell 48,15 Euro.

 

 

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