Rohölpreise tendieren am Morgen seitwärts

Auf Hinweise zur künftigen Produktionsstrategie der OPEC+ hatten Marktteilnehmer gestern gehofft. Doch die Absprache der Produzenten blieb ergebnislos.

 

Im Bereich ihrer Einmonatshochs sind die Rohölpreise gestern in die neue Handelswoche gestartet. Die überwiegend bullishe Impulslage aus der Vorwoche hielt damit bis nach dem Wochenende an. Zum einen wirkten die Bestandsreports aus den USA nach. Sowohl das American Petroleum Institute als auch das US-Energieministerium haben in der Vorwoche Abbauten in den drei zentralen Kategorien Rohöl, Destillate und Benzin gemeldet. Zum anderen nahmen Marktteilnehmer aktuelle Wirtschaftsdaten aus China positiv auf. Wie das Statistikamt in Peking bekannt gab, legte das BIP im dritten Quartal um 4,9 Prozent zu. Zwar hatte man im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 5,5 Prozent prognostiziert. Doch Anleger und Analysten richten ihren Blick vor allem auf die Tendenz zur wirtschaftlichen Erholung. Denn zwischen Januar und September legte die chinesische Wirtschaftsleistung laut Statistikamt um 0,7 Prozent zu. Dieser Wert stimmt Marktteilnehmer vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie optimistisch. Am Dienstagmorgen ist die bullishe Stimmung allerdings bereits verflogen. An den Terminbörsen ist man enttäuscht von den gestrigen Beratungen des Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC). Das JMMC beobachtet die Produktionskürzungen der OPEC+ und wertet ihren Effekt auf die internationale Versorgungslage aus. Der Ausgang der jüngsten Abstimmung blieb jedoch hinter den Markterwartungen zurück.

OPEC+ mit hoher Quotentreue

Mit großer Spannung blickten Anleger und Analysten dem gestrigen Termin des JMMC entgegen. Zuvor hatten sich Russland und Saudi-Arabien verstärkt über die Zusammenarbeit innerhalb der OPEC+ ausgetauscht. Zwei Telefonate hatten Wladimir Putin und Mohammed bin Salman im Vorfeld miteinander geführt. Marktteilnehmer sahen hierin ein Zeichen dafür, dass man die gemeinsame Produktionsstrategie überdenken könnte. Diese Aussicht sorgte an den Terminbörsen für Erleichterung, da man womöglich von der für den Jahreswechsel geplanten Produktionssteigerung absehen könnte. Doch gestern stand die künftige Produktionsstrategie nicht auf der Agenda des JMMC. Entgegen vorangegangenen Erwartungen erhielten Marktteilnehmer daher keine Hinweise auf zu erwartende Produktionsmengen. Das JMMC gab lediglich bekannt, dass im September eine Einhaltungsquote von 102 Prozent verzeichnet worden ist.

Zudem appellierte das JMMC an alle beteiligten Produzenten, ihre Kürzungsquote weiterhin zu erfüllen. Russlands Energieminister Alexander Nowak betonte, man sehe sich mit vielen Unsicherheiten konfrontiert. Diese stünden einer Erholung der weltweiten Ölnachfrage im Weg. An den Terminbörsen wartet man nun auf die Beschlüsse der nächsten OPEC-Vollversammlung Ende November oder Anfang Dezember. Die Rohölpreise orientieren sich am Morgen etwas unterhalb ihrer gestrigen Niveaus seitwärts. WTI wird bei 40,71 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,38 US-Dollar. Die Heizölpreise befinden sich weiterhin im Seitwärtstrend. Auch heute liegen sie hierzulande nahezu unverändert auf dem Niveau, das sie bereits seit einer Woche halten. Im Vergleich zum Vortag geben die Preise nur geringfügig um durchschnittlich 15 Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 42,52 Euro.

 

 

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