Seitwärtsbewegung der Ölpreise nahe Dreiwochenhochs

Während der gestrige API-Report keinen richtungsweisenden Impuls an den Terminbörsen setzt, blicken Analysten auf die Wetterentwicklung im Golf von Mexiko.

 

Trumps Rückkehr ins Weiße Haus, Produktionsunterbrechungen im Golf von Mexiko und Streiks in Norwegen bestimmen das Marktgeschehen seit Wochenbeginn. Unter Anlegern und Analysten keimte zum einen Hoffnung auf die zügige Verabschiedung eines weiteren US-Konjunkturpakets auf. Die Wahrscheinlichkeit auf eine rasche Einigung steige mit Trumps Genesung, so die Einschätzung der Marktteilnehmer. Zudem wirkten die sturm- und streikbedingt rückläufigen Outputs der USA und Norwegens preisstützend. Zwar werden die kurzzeitigen Produktionsunterbrechungen keinen bedeutenden Einfluss auf die weltweite Versorgungslage haben. Doch die leicht bullishe Impulslage genügte, um die Rohölpreise in den vergangenen Tagen auf Dreiwochenhochs zu treiben. Am Mittwochmorgen ist die Marktstimmung etwas verhaltener. Grund ist der gestrige Bestandsreport des American Petroleum Institute (API).

API liefert enttäuschenden Wochenreport

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte gewachsen, während die Produktbestände geringfügig zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Wochenbericht des API hervor. Damit decken sich die Einschätzungen des API in der Tendenz mit den vorangegangenen Prognosen von Analysten, doch im Umfang enttäuschen die Daten des API. Im Vorfeld waren Beobachter bereits von einem Anstieg der US-weiten Rohölvorräte um bis zu 400.000 Barrel ausgegangen. Das API meldete nun einen Bestandszuwachs um eine Million Barrel. Allein im zentralen Lager- und Umschlagort Cushing seien die Vorräte um 700.000 Barrel vergrößert worden. Abbauten gab es wie erwartet lediglich in den Produktkategorien. Die US-weiten Bestände an Destillaten sind laut API um eine Million Barrel zurückgegangen. Prognostiziert worden war zuvor ein Rückgang um 1,4 Millionen Barrel. Die Benzinvorräte haben sich dem API zufolge indes genau so entwickelt, wie von Analysten im Vorfeld angenommen. Hier seien Abbauten um 900.000 Barrel verzeichnet worden. Insgesamt fällt der dieswöchige API-Report damit durchwachsen aus.

Golf von Mexiko in Vorbereitung auf Hurrikan

Hurrikan „Delta“ nimmt weiterhin Kurs auf den Golf von Mexiko. Der Hurrikan der Kategorie 4 befindet sich derzeit noch in der Karibik und steuert zunächst auf die Yucatan-Halbinsel zu. Als Hurrikan der Kategorie 3 wird „Delta“ nach Einschätzung von Meteorologen in den nächsten Tagen über den Golf von Mexiko hinwegziehen und anschließend auf US-Festland treffen. In Vorbereitung auf den herannahenden Hurrikan wurden im Golf von Mexiko bereits Ölplattformen evakuiert und Anlagen außer Betrieb genommen. Bislang kamen schon 29 Prozent der dortigen Ölproduktion zum Erliegen.

Trotz schwacher API-Bestandsdaten orientieren sich die Rohölpreise am Morgen zunächst aufwärts. Anleger und Analysten blicken insbesondere auf die Wetterentwicklung im Golf von Mexiko und nehmen jegliche Produktionsunterbrechung als bullishen Impuls auf. Entsprechend bewegen sich die Rohöl-Futures aktuell mehr als 40 Cent oberhalb ihrer heutigen Eröffnungskurse. WTI wird am Morgen bei 40,26 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,35 US-Dollar. Nachdem die Heizölpreise nach dem Monatswechsel auf Mehrjahrestiefs abgesackt sind, legten sie in dieser Woche bislang täglich zu. Seit Wochenstart kletterten sie um mehr als zwei Euro, allein im Vergleich zum Vortag steigen die Preise um etwa einen Euro. Damit befinden sich die Heizölpreise aktuell auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 42,44 Euro.

 

 

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