Seitwärtsbewegung der Roh- und Heizölpreise hält an

Wie in der vergangenen Woche hielt der API-Bericht gestern bullishe Überraschungen bereit, mit deutlichen Abbauten bei Rohöl, Benzin und Mitteldestillaten.

 

Auch zu Septemberbeginn steht die Corona-Pandemie im Marktfokus. Marktteilnehmer blicken noch immer genau auf die Entwicklung der weltweiten Ölnachfrage. In Indien und Südkorea ist sie weiterhin niedrig, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. Analysten rechnen noch bis März 2021 mit einer im Jahresvergleich schwachen Nachfrage, während die Ölimporte auf niedrigem Niveau verharren oder weiter zurückgehen. Auch China könnte seine Ölimporte gegen Jahresende deutlich zurückfahren. Zu günstigen Preisen hatte sich der größte Ölimporteur der Welt zu Beginn der Pandemie mit Öl eingedeckt. Im Juni stellte China mit der Einfuhr von 13 Millionen Barrel pro Tag sogar einen neuen Rekord auf. Rekordhohe Importe haben jedoch voraussichtlich in wenigen Wochen ein Ende. Zu Oktober laufen die staatlichen Bewilligungen für die Importmengen unabhängiger Raffinerien aus. Infolgedessen könnten die chinesischen Importe Ende September um 40 Prozent im Vergleich zu Mai und Juni einbrechen, so die Schätzung von Analysten.

API meldet erneut deutliche Bestandsabbauten

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl, Benzin und Mitteldestillaten zurückgegangen. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) hervor. Analysten hatten bereits im Vorfeld mit Abbauten in allen Kategorien gerechnet, doch das API übertrifft die Prognosen noch. Zuvor war man davon ausgegangen, die US-weiten Rohölvorräte könnten um bis zu zwei Millionen Barrel zurückgegangen sein. Laut API sind sie allerdings um 6,4 Millionen Barrel eingebrochen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Benzinvorräten. Hier hatten Analysten einen Rückgang um maximal 3,7 Millionen Barrel prognostiziert, während das API von Abbauten um 5,8 Millionen Barrel ausgeht. Einzig bei den Mitteldestillaten bewegt sich die API-Schätzung im Bereich vorangegangener Prognosen. Analysten hatten einen Rückgang um 1,6 Millionen Barrel erwartet. Das API hat Abbauten um 1,4 Millionen Barrel verzeichnet. Schon in der Vorwoche hatten sowohl das API als auch das US-Energieministerium überraschende und deutlichen Abbauten der US-Ölvorräte gemeldet. Marktteilnehmer sehen in den Daten einen Hinweis auf eine langsame Nachfrageerholung. Gleichzeitig wartet man die Berichte der nächsten Wochen ab, um den verzerrenden Effekt der jüngsten Produktionsstopps im Golf von Mexiko abschätzen zu können.

Irak fährt Ölexporte im August zurück

Der Irak hat seine Ölexporte im August zurückgefahren. Das gab die Staatliche Organisation für die Vermarktung von Öl (SOMO) bekannt. Demnach hat der Irak im vergangenen Monat 2,597 Millionen Barrel pro Tag exportiert. Das entspricht einem Exportrückgang um 166.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vormonat Juli, als das OPEC-Mitglied laut SOMO noch 2,763 Millionen Barrel pro Tag ausgefahren hatte. Der Irak ist als zweitgrößter Ölproduzent der OPEC am laufenden Produktionskürzungsabkommen beteiligt, hat seine Kürzungsquote bislang allerdings nicht umgesetzt. Im Rahmen eines OPEC-Meetings hatte der Mitgliedsstaat zugesagt, bisherige Mehrmengen zu kompensieren und hierfür in den nächsten Wochen weitere 400.000 Barrel pro Tag vom Markt zu nehmen.

Gestützt von stark gesunkenen US-Ölvorräten und irakischen Produktionskürzungen, orientieren sich die Rohölpreise am Morgen im Bereich ihrer Fünfeinhalbmonatshochs seitwärts. WTI wird bei 42,93 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 45,66 US-Dollar. Die Heizölpreise sind nach dem Monatswechsel wieder über die 45-Euro-Marke geklettert. Heute verharren sie nahezu unverändert auf ihrem Vortagesniveau. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 45,48 Euro.

 

 

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