Seitwärtstendenz der Ölpreise nahe Vortagesniveaus

Der Einbruch der Ölimporte hat die US-Rohölvorräte zuletzt deutlich sinken lassen. In der Vorwoche sind sie aber wohl wieder gewachsen, wie das API meldet.

 

Disziplinierte Produktionskürzungen der OPEC+ und Hinweise auf eine Nachfrageerholung haben die Rohölpreise in den vergangenen Tagen gestützt. Wie bekannt wurde, halten die OPEC-Mitgliedsstaaten ihre Kürzungsvorgaben zu 107 Prozent ein. Im Mai lag die Einhaltungsquote noch zwischen 80 und 90 Prozent. Analysten gehen davon aus, dass Saudi-Arabiens Drohung mit einem erneuten Preiskrieg andere Beteiligte zur strikteren Einhaltung bewegt hat. OPEC-Mitglied Saudi-Arabien hatte angekündigt, einen Preiskampf einzuleiten, sollten nicht alle Produzenten wie vereinbart kürzen. Mit der jüngsten Einhaltungsquote von mehr als 100 Prozent scheint Saudi-Arabien offenbar zufrieden. Das OPEC-Mitglied führte jetzt statt Preissenkungen eine Preiserhöhung ein. Ab August wird saudi-arabisches Öl für Abnehmer aus Asien, Europa und den USA teurer. Marktteilnehmer sehen hierin Anzeichen für eine langsame Erholung der Ölnachfrage. Schlossen die Rohölpreise den gestrigen Handelstag noch nahe ihren Viermonatshochs ab, setzen sich am Mittwochmorgen Gewinnmitnahmen durch. Auslöser ist der gestrige Bericht des American Petroleum Institute (API).

US-Rohölvorräte mit Anstieg in der Vorwoche

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte gewachsen, während bei den Produktbeständen Abbauten zu verzeichnen waren. Das geht aus dem gestern bekannt gewordenen Bestandsreport des API hervor. Sind die US-Rohölvorräte zuvor noch um mindestens sieben Millionen Barrel verkleinert worden, legten sie laut API zuletzt um zwei Millionen Barrel zu. Auch die Vorräte im zentralen Lager- und Umschlagort Cushing sind erstmals seit Anfang Mai gewachsen. Dem entgegen stehen Abbauten in den Produktkategorien. Die US-weiten Benzinvorräte sind laut API um 1,8 Millionen Barrel gefallen, die Bestände an Destillaten um etwa eine Million Barrel. Insgesamt fällt der API-Wochenbericht damit neutral aus. Während der Anstieg der Rohölvorräte bearish wirkt, werden die rückläufigen Produktbestände bullish interpretiert. Abzuwarten bleibt nun der Vergleichsbericht des US-Energieministeriums, der am Nachmittag veröffentlicht wird. Sollte sich der Ausbau der Rohölvorräte hierin bestätigen, könnte dies die Abwärtsbewegung der Rohölpreise verstärken.

Am Morgen stehen die Terminbörsen unter dem Eindruck des schwachen API-Berichts. Die Rohölpreise bewegen sich unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse seitwärts. Auch der Ausblick auf auslaufende OPEC-Kürzungen dämpft die Stimmung. Noch bis Ende des Monats werden die Produzenten der OPEC+ an ihren Kürzungen festhalten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters planen die Vereinigten Arabischen Emirate bereits, ihren Ölexport ab August um 300.000 Barrel pro Tag hochzufahren. WTI wird bei 40,43 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,88 US-Dollar. Die Heizölpreise setzen ihre inzwischen vierwöchige Seitwärtstendenz fort. Weiterhin bewegen sie sich mit nur geringfügigen Schwankungen zwischen 48 und 50 Euro. Heute nähern sich die Heizölpreise wieder der unteren Grenze. Im Vergleich zum Vortag geben sie hierzulande um etwa 50 Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl damit im Deutschlanddurchschnitt 48,09 Euro.

 

 

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