Seitwärtstendenz der Roh- und Heizölpreise

Mit einer schwachen Impulslage beginnt die Handelswoche an den Terminbörsen. Doch die OPEC blickt zuversichtlich auf die weltweite Bestandsentwicklung.

 

Von Mitte Juni bis Ende August zeichnete sich an den Terminbörsen eine leichte Stabilisierung der Rohölpreise ab. Die Rohölsorten WTI und Brent kehrten langsam zurück auf ihre Niveaus von Anfang März, oberhalb von 43 und 45 US-Dollar. Gegen Ende des Sommers wurde Marktteilnehmern allerdings klar, dass sich die weltweite Ölnachfrage nur langsam erholt. Anfang September fand der monatelange Seitwärtstrend der Rohöl-Futures daher ein Ende. Um fünf bis sechs US-Dollar sackten die Rohölpreise ab und fielen auf Dreimonatstiefs zurück. Seitdem bewegen sie sich im Bereich ihrer Tiefs seitwärts, brachen nur kurzzeitig nach oben aus. Unsicherheit herrscht an den Terminbörsen insbesondere wegen der weiterhin schwachen Nachfrage, die auf Produktionssteigerungen der OPEC+ trifft. Doch in OPEC-Kreisen ist man zuversichtlich, dass selbst gelockerte Kürzungsmaßnahmen einen spürbaren Effekt auf die weltweiten Ölbestände haben werden.

OPEC geht von stetigem Rückgang weltweiter Ölvorräte aus

Bis Jahresende werden die weltweiten Ölbestände kontinuierlich zurückgehen und im nächsten Jahr unter den angestrebten Fünfjahresdurchschnitt fallen. Davon geht OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo aus, wie er in einer Videokonferenz der G20-Energieminister erklärte. Barkindo zufolge erwartet man für das vierte Quartal 2020 zunächst noch deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt liegende Bestände. Um 123 Millionen Barrel werden die OECD-Vorräte den Referenzwert demnach übertreffen. Im zweiten Quartal 2021 werden die Bestände der OECD-Länder laut Barkindo dann aber unter den Fünfjahresdurchschnitt sinken. Die Produzenten der OPEC+ kürzen ihren Output seit Mai gemeinsam, zunächst um 9,7 Millionen Barrel. Seit August fahren die OPEC+ ihre Tagesproduktion nur noch um 7,7 Millionen Barrel zurück. Zum Jahreswechsel soll die nächste Produktionssteigerung folgen. Ab Januar 2021 sind Kürzungen im Umfang von nur noch 5,8 Millionen Barrel pro Tag geplant.

Ab Mittwoch mögliche Streiks in Norwegen

In den Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgebern aus der norwegischen Ölindustrie und Arbeitnehmergewerkschaften ist es bislang nicht zu einer Einigung gekommen. Sollten sich die Parteien auch in den nächsten Tagen nicht annähern, könnten Streiks folgen. Mehrere Gewerkschaften hatten Streiks angekündigt, sollten die Verhandlungen scheitern. Ab Mittwoch könnte die norwegische Ölproduktion dadurch um schätzungsweise 900.000 Barrel pro Tag zurückgehen.

Die Rohölpreise bewegen sich am Montagmorgen nahe ihren Vortagesniveaus seitwärts. WTI wird bei 40,01 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,73 US-Dollar. Die Heizölpreise orientieren sich seit ungefähr drei Wochen vorwiegend seitwärts. Zwischen der 40-Euro-Marke und der 42-Euro-Marke besteht wenig Bewegungsspielraum. Ohne große Veränderung starten die Heizölpreise heute entsprechend nahe ihrem Vorwochenniveau in die neue Woche. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,50 Euro. Damit befinden sich die Heizölpreise etwa einen Euro oberhalb ihrer Mehrjahrestiefs, auf die sie vor zwei Wochen zurückgefallen waren.

 

 

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