Seitwärtstendenz der Rohölpreise auf Einwochentiefs

In dieser Woche setzen die Bestandsberichte aus den USA keinen richtungsweisenden Impuls, zu unterschiedlich schätzen API und DOE die Entwicklung ein.

 

Zuletzt haben sich die Rohölpreise einige Tage lang seitwärts orientiert. So lag WTI in der ersten Wochenhälfte konstant in der Nähe von 41 US-Dollar, während sich der Barrel-Preis der Nordseesorte Brent entlang der 43-US-Dollar-Marke bewegte. Insbesondere zu Wochenbeginn war die Impulslage überwiegend bullish. Marktteilnehmer werteten zum einen die aktuellen Wirtschaftsdaten aus China positiv. Das chinesische Statistikamt hatte bekannt gegeben, die Wirtschaftsleistung habe im September um 4,9 Prozent zugelegt. Zum anderen hofften Anleger und Analysten auf neue Signale aus Kreisen der Kooperationsgemeinschaft OPEC+. Zuvor hatten Russland und Saudi-Arabien ihren Austausch über das gemeinsame Produktionsabkommen intensiviert, doch von der für Januar 2021 vorgesehenen Produktionssteigerung ist man bislang nicht abgerückt. Zur Wochenmitte dämpften dann allerdings die Bestandsberichte aus den USA die Stimmung an den Terminbörsen. Waren in der Vorwoche noch Abbauten in allen Kategorien gemeldet worden, fällt die Reaktion auf die dieswöchigen Einschätzungen verhaltener aus.

API und DOE schätzen US-Ölbestände unterschiedlich ein

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte gewachsen, während die Bestände an Destillaten und Benzin verkleinert worden sind. Das geht aus dem Dienstagabend veröffentlichten Wochenreport des American Petroleum Institute (API) hervor. Dem API zufolge war ein Anstieg der US-weiten Rohölvorräte um 600.000 Barrel zu verzeichnen. Die Bestände Destillaten seien um sechs Millionen Barrel zurückgegangen, die Benzinvorräte um 1,6 Millionen Barrel abgebaut worden. Die Einschätzung des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) sieht in zwei Kategorien anders aus. Hier verzeichnete man einen Rückgang der Bestände an Rohöl und Destillaten, aber einen Ausbau der Benzinvorräte. Demnach sind die US-Rohölvorräte um eine Million Barrel verkleinert worden, die Bestände an Destillaten sogar um 3,8 Millionen Barrel. Die US-weiten Benzinvorräte sind laut DOE indes um 1,9 Millionen Barrel gewachsen.

Verhandlungen über US-Konjunkturpaket

Seit Monaten haben sich Demokraten und Republikaner in den USA nicht auf ein weiteres Konjunkturpaket einigen können. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl sind die Gespräche erneut angelaufen. Jüngst tauschten sich US-Finanzminister Steven Mnuchin und Nancy Pelosi, Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, aus. Im Anschluss hieß es, man habe sich einer schriftlichen Vereinbarung genähert. Beobachter sind jedoch skeptisch, dass ein neues Konjunkturpaket noch vor der US-Präsidentschaftswahl verabschiedet wird.

Vor dem Hintergrund der durchwachsenen Impulslage orientieren sich die Rohölpreise am Morgen etwa einen US-Dollar unterhalb ihrer Wochenhochs seitwärts. WTI wird bei 40,19 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,92 US-Dollar. Die Heizölpreise liegen weiterhin auf Zweiwochentiefs. Im Vergleich zum Vortag haben sie um durchschnittlich 30 Cent nachgegeben. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,33 Euro.

 

 

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