Seitwärtstrend der Ölpreise auch zum Wochenende

Vor dem Wochenende bleiben neue Impulse zunächst aus. Im Fokus steht weiterhin die für August erwartete Produktionssteigerung der OPEC+.

 

Wenig Bewegungsspielraum bestand in dieser Handelswoche an den Terminbörsen. In die Woche gestartet ist WTI am Montag oberhalb von 40 US-Dollar, Brent oberhalb von 43 US-Dollar. Beide Referenzsorten kletterten im Wochenverlauf um lediglich 20 Cent pro Barrel. Damit bewegen sie sich weiterhin im Bereich ihrer Viermonatshochs seitwärts. Stützenden Effekt hatten insbesondere die Wochenreports von American Petroleum Institute (API) und US-Energieministerium (DOE). Beide berichteten von einem starken Einbruch der US-Rohölvorräte. Laut API sind sie zuletzt um 8,3 Millionen Barrel zurückgegangen, dem DOE zufolge um 7,5 Millionen Barrel verkleinert worden. Einer Aufwärtsbewegung stand allerdings die Aussicht auf eine Produktionssteigerung der OPEC+ im Weg. Mitte der Woche hatte das Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) den Produzenten empfohlen, ihren Output ab August weniger stark zu drosseln als bislang. Die Empfehlung des JMMC sieht ab nächstem Monat Produktionskürzungen um nur noch 7,7 Millionen Barrel pro Tag vor und gilt als Grundlage der anstehenden OPEC+-Entscheidung. Zuversichtlich stimmt Marktteilnehmer jedoch die Erwartung einer Nachfrageerholung.

Russland erwartet Anstieg der Ölnachfrage im August

Im Zuge der Corona-Krise ist die Ölnachfrage im April um 25 Prozent eingebrochen. Russlands Energieminister Alexander Nowak rechnet allerdings damit, dass sich die Nachfrage in den nächsten Wochen weiter erholen wird. Nowak zufolge wird die Nachfrage im August nur noch etwa zehn Prozent hinter ihrem Vorkrisenniveau aus März zurückbleiben. Diese Erwartung ist vermutlich die Grundlage der dieswöchigen JMMC-Empfehlung. Sollten die OPEC+ ihren Output ab August tatsächlich nur noch um 7,7 Millionen Barrel pro Tag drosseln, entspräche dies einer Produktionssteigerung um knapp zwei Millionen Barrel pro Tag. Saudi-Arabiens Energieminister Abdulaziz bin Salman geht allerdings davon aus, dass der tatsächliche Angebotsanstieg geringer ausfallen wird. Er rechnet mit einer Produktionssteigerung um 1,3 bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Grund ist, dass einige Produzenten in den nächsten Monaten zunächst ihre Mehrproduktion der Vormonate kompensieren werden.

USA schaffen Sanktionsgesetz gegen China

In Reaktion auf Chinas Sicherheitsgesetz für Hongkong hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag ein Sanktionsgesetz gegen China unterzeichnet. Das Gesetz ermögliche die Sanktionierung von Personen und Institutionen, die „Hongkongs Freiheiten auslöschen“. Nach Informationen der New York Times erwägt die US-Regierung zusätzlich, gegen chinesische Regierungsbeamte vorzugehen. Das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China belastet die Marktstimmung entsprechend. Die Rohölpreise bewegen sich am Freitagmorgen im Bereich ihrer Viermonatshochs seitwärts. WTI wird bei 40,72 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,27 US-Dollar. Auch die Heizölpreise orientieren sich vor dem Wochenende seitwärts. Der deutschlandweite Durchschnittspreis liegt heute lediglich vier Cent unter seinem Niveau von Montag. Ohne große Veränderung bleibt er damit unterhalb der 48-Euro-Marke und damit im Bereich seines Sechswochentiefs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 47,47 Euro.

 

 

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