Steile Aufwärtsbewegung der Rohölpreise am Morgen

Bei schwacher Nachfrage haben Marktteilnehmer mit einem Anstieg der US-Rohölvorräte gerechnet. Doch das API meldete gestern einen starken Rückgang.

 

Etwa eine Woche lang haben sich die Rohölpreise auf Dreimonatstiefs bewegt. Gestern ging es erstmals wieder bergauf. Im Laufe des Handelstages legten die Preise für WTI und Brent jeweils um ungefähr einen US-Dollar zu. Am Mittwochmorgen starten die Rohöl-Futures deutlich oberhalb ihrer gestrigen Schlusskurse in den Handel. Um mehr als 80 Cent haben die Preise an den Terminbörsen bereits zugelegt. Angetrieben werden sie von überraschend bullishen Bestandsdaten aus den USA und der Wetterentwicklung im Golf von Mexiko. So verschaffte der Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) den Rohölpreisen bereits gestern Abend einen Aufwind, der heute nachwirkt.

Starker Rückgang der US-weiten Rohölbestände

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl und Mitteldestillaten zurückgegangen, während die US-Benzinbestände ausgebaut worden sind. Das geht aus den gestern Abend bekannt gewordenen Einschätzungen des API hervor. Nach enttäuschenden Daten aus den Vorwochen haben Analysten damit gerechnet, dass die US-Rohölvorräte um etwa zwei Millionen Barrel gewachsen sind. Dem API zufolge sind die US-weiten Rohölbestände allerdings um 9,5 Millionen Barrel zurückgegangen. Zwar ist diese Entwicklung nicht auf einen Nachfrageschub zurückzuführen, sondern vermutlich insbesondere auf die Produktionsunterbrechungen durch die Hurrikans „Marco“ und „Laura“. Dennoch hat die Meldung der sowohl US-weit als auch im zentralen Lagerort Cushing gesunkenen Rohölvorräte stützende Wirkung. Die Entwicklung der Produktbestände gerät indes etwas in den Hintergrund. Laut API sind die US-weiten Vorräte an Mitteldestillaten um 1,1 Millionen Barrel zurückgegangen. Die US-Benzinbestände seien um 3,8 Millionen Barrel ausgebaut worden. Marktteilnehmer warten nun auf den Vergleichsbericht des US-Energieministeriums, der am Nachmittag veröffentlicht wird.

Wirtschaftsdaten aus China stimmen optimistisch

Im August haben in China sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze zugelegt. Mit dieser Meldung lieferte das chinesische Statistikamt jetzt einen überraschend bullishen Impuls. Im Vergleich zum August des Vorjahres ist die chinesische Industrieproduktion demnach um 5,6 Prozent gestiegen. Experten hatten mit einem geringeren Plus gerechnet. Das Statistikamt meldete hingegen den stärksten Anstieg des Jahres 2020. Der Einzelhandelsumsatz sei indes um 0,5 Prozent gewachsen, ebenfalls im Vergleich zum August 2019. Im Juli war der Umsatz im Einzelhandel noch um 1,1 Prozent gefallen. Entsprechend hatten Experten für August mit keiner bedeutenden Veränderung gerechnet.

Die unerwartet positiven Wirtschaftsdaten aus China und die Einschätzungen des API stützten die Rohölpreise am Morgen gemeinsam mit den Wetterentwicklungen über dem Golf von Mexiko. Zwar hat sich Hurrikan „Sally“ in seiner Intensität abgeschwächt. Doch seine schwache Geschwindigkeit beunruhigt Marktteilnehmer, da sie für langanhaltende Unterbrechungen in Raffineriebetrieb und Ölproduktion sorgen könnte. Entsprechend stark bewegen sich die Rohölpreise am Morgen aufwärts. Ungefähr 80 Cent haben die Referenzsorten bereits auf ihre Eröffnungskurse gewonnen. WTI wird bei 39,25 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,48 US-Dollar. Seit mehr als einer Woche bewegen sich die Heizölpreise auf niedrigem Niveau. Unterhalb der 41-Euro-Marke orientierten sie sich zuletzt vor einigen Jahren. Auch heute verändern sich die Preise kaum, geben im Vergleich zum Vortag lediglich um durchschnittlich fünfzehn Cent nach. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 40,56 Euro.

 

 

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