Wochenstart bringt wenig Veränderungen bei den Ölpreisen

Die Ölpreise sind zum Wochenstart nahezu unverändert. Die Ölbestände der Industrienationen verringern sich stetig und die Schieferöl-Industrie der USA beginnt sich zu erholen.

Zum Ausklang der Woche am Freitag starteten die Ölpreise mit leichten Anstiegen. Die Monatsreporte der OPEC und IEA sowie der DOE-Wochenbericht sorgten für diese Tendenz. Preistreibend wirkten auch die Zwischenfälle im nahen Osten an Raffinerien von Saudi-Arabien und der Atomanlage Natans im Iran. Als Gegengewicht fungierte die nach wie vor coronabedingt unsichere Nachfragesituation. Die Ölpreise pendelten bis zum Nachmittag etwas höher und dann wieder tiefer, bis schließlich ein großer Preisrücksetzer an den Ölbörsen einsetzte und Brent sowie WTI auf Tagestief-Niveau drückte. Die Preise konnten sich vor dem Gang ins Wochenende zwar noch erholen, beendeten die Woche jedoch mit leichten Verlusten.

Im frühen Handel am Montag orientieren sich die Ölpreise zunächst an ihren Tiefpreisen vom Freitag, klettern jedoch langsam wieder in die Höhe. Es wird abzuwarten sein, ob es im Laufe des Tages noch mal einen großen Preissprung geben wird. ICE Brent handelt bei 66,66 Dollar, das sind -0,11 Dollar zum Schluss Freitag. WTI verliert im frühen Handel 0,72 USD/B und handelt aktuell bei 62,90 USD/B. Der Heizölpreis liegt im Bundesdurchschnitt aktuell bei 65,80/100 Liter. Im Vergleich zu Freitag werden im Laufe des Tages Entwicklungen von ca. -0,15 bis -0,30 Euro/100 l zu Freitagvormittag erwartet. Insgesamt scheint die Niedrigpreisphase von Heizöl vorbei zu sein und der längerfristige Preistrend zeigt wieder aufwärts.

Weltweite Ölbestände normalisieren sich

Die IEA-Monatsbericht aus der vergangenen Woche brachte hervor, dass der weltweite Lagerüberschuss an Öl nach und nach immer mehr aufgebraucht wird. Nachdem die Ölnachfrage im vergangenen Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie eingebrochen war und viele Nationen deshalb einen großen Vorrat an Öl ansammelten, wird dieser nun fortlaufend aufgezehrt. Dem Bericht der IEA zufolge ist Stand jetzt nur noch ein Fünftel der Rücklagen vorhanden. Vor allem die Bestände der schwimmenden Lager sind merklich zurückgegangen. Die IEA schätzt die Ölvorräte der Industrieländer im Februar nur noch ungefähr 57 Millionen Barrel über den Durchschnitten der Jahre 2015 bis 2019 ein.

Gesunken sind auch die US-Gesamtvorräte. Ende Februar konnte mit 1,28 Milliarden Barrel ein ähnliches Niveau wie vor der Corona-Pandemie erreicht werden. Auch die Strategic Petroleum Reserve, eine strategische Ölrücklage der USA, soll laut Berichten um 21 Millionen Barrel abgebaut worden sein. Die Bestandsentwicklung dürfte die Ölproduzenten weltweit erfreuen. Die Ölpreise stiegen zuletzt wieder und ermöglichten Großexporteuren so einen lukrativeren Handel. Für die großen Industrienationen bedeutet der Bestandsabbau jedoch eine zeitnahe Pflicht, am aktuell tendenziell teureren Markt aktiv zu werden. Sollten die Lagerstände, wie prognostiziert, in der zweiten Hälfte weiter um 2,2 Millionen B/T sinken, könnte der Preis für die Nordseesorte Brent auf über 74 Dollar ansteigen. Manche Experten halten sogar einen Preissprung auf die 80-Dollar-Marke für möglich.

US-Schieferölindustrie wächst weiter

Die US-Schieferölindustrie wurde von der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 besonders hart in Mitleidenschaft gezogen. Die hohen Investitionskosten zur Exploration und Bergung des Öls sorgten reihenweise für Insolvenzen und einen starken Förderungsrückgang. Das Erdöl-Service-Unternehmen Baker Hughes vermeldet nun jedoch Positives: Allein im ersten Quartal 2021 ist die Zahl der Anlagen um 25 Prozent gestiegen. Inzwischen sind wieder 344 Förderstandorte am Netz. Im August 2020 waren es zwischenzeitlich nur die Hälfte. Allein in der vergangenen Woche sind sieben neue Anlagen eröffnet worden. Von den Zahlen vor der Pandemie ist die USA noch deutlich entfernt. Der Trend zu Neueröffnungen und die aktuell hohen Ölpreise machen Schieferöl jedoch wieder interessanter für den Markt.

 

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