Abwärtskorrektur durch preisstützende DOE-Daten ausgebremst

Die DOE-Daten bremsen eine weitere Abwärtskorrektur der Ölpreise aus. Das Department lieferte am Mittwoch durchweg preisstützende Daten. Auch die Nachfrage nach Benzin stieg laut Angaben des DOE angesichts der aktuellen Preislage überraschend an. Die Raffineriebetriebe erholen sich wieder spürbar und verzeichnen weltweit größere Margen.

Das hohe Preisniveau bekam am Mittwoch leichte Dellen. Vor allem die Meldung, dass China regulierend auf dem Ölmarkt eingreifen will, sorgte am Morgen für einen ersten Dämpfer. Die vom API gemeldeten Daten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fielen insgesamt preisstützend aus, wirkten dennoch aufgrund der recht hohen Aufbauten bei Rohöl preissenkend. Im weiteren Tagesverlauf gaben die Notierungen dann weiter nach. Die Wachstumsprognose des IWF für Asien gab zusätzlich preissenkende Impulse.

Vor der Veröffentlichung der DOE-Daten blieben die Marktteilnehmer zurückhaltend. Nicht zuletzt, weil zwei OPEC-Schwergewichte, Saudi-Arabien und der Irak ihre hohen Preisprognosen bekräftigten. Die Daten des DOE waren dann deutlich preisstützend, da es in allen Kategorien Abbauten gab. Infolgedessen sprangen die Ölpreise wieder nach oben und es kam zu sehr klaren Preisaufschlägen. WTI präsentierte sich aufgrund des Frontmonatswechsels zwar volatiler, trotzdem ging es gemeinsam mit Brent mit deutlichen Kursgewinnen aus dem Handel.

Am Donnerstagmorgen gehen die Ölpreise es zunächst wieder etwas ruhiger an. Brent verliert -0,43 Dollar und handelt bei 85,46 USD/B. WTI bringt es mit einem Minus von 0,32 Dollar auf 83,24 USD/B. Die Heizölpreise im Bundesdurchschnitt steigen wieder langsam an. 100 Liter sind um 0,4 Prozent teurer als gestern und kosten 90,90 Euro.

DOE widerspricht API bei Rohöl – Benzinnachfrage hoch

Das DOE gab am gestrigen Nachmittag die US-Ölbestände für die Referenzwoche vom 15. Oktober bekannt. Konträr zu den Daten des API vermeldete das Department Abbauten bei den Rohölbeständen. Das API ging von einem deutlichen Aufbau von +3,3 Millionen Barrel aus. Das DOE setzte dieser Erwartung einen Abbau von -0,4 Millionen Barrel entgegen. Diese Meldung schickte Brent und WTI am Mittwochabend auf neue Tageshochs.

Und auch die Rückgänge bei Benzin und Destillaten wurden korrigiert. Bei Benzin kam es zu einem großen Rückgang von 5,4 Millionen Barrel (API -3,5 Millionen Barrel)- der niedrigste Stand seit fast zwei Jahren. Auch die Destillatvorräte schrieben ein neues Rekordminus. Der Abbau von -3,9 Millionen Barrel (API -3,3 Millionen Barrel) bedeutet den niedrigsten Stand seit April 2020.

Überraschend kam die Meldung, dass die Nachfrage nach Benzin gestiegen ist. Aufgrund des hohen Preisniveaus war Gegenteiliges zu erwarten. Die Nachfrage nach dem Kraftstoff ist um +0,45 Mio. B/T gestiegen und damit so hoch wie zuletzt im Juli. Die Nachfrage nach Destillaten wie Heizöl stieg erwartungsgemäß um +0,35 Millionen B/T an. Auch die Gesamtnachfrage verzeichnete einen robusten Anstieg um +1,9 Mio. B/T.

Raffineriemargen erholen sich auf Vorkrisenniveau

Die Raffinerien weltweit hatten während des Höhepunkts der Corona-Pandemie mit schweren Verlusten zu kämpfen. Viele Anlagen wurde sogar für lange Zeit kaltgestellt. Mit wachsender Nachfrage und der weitgehenden Aufhebung vieler Corona-Restriktionen erholen sich auch die Raffineriemargen weltweit wieder.

Das Datenanalyseunternehmen Refinitiv Eikon meldet beispielsweise für Singapur, eine Schlüsselregion der asiatischen Raffinerierentabilität, eine Marge von 8 Dollar pro Barrel. In Nordwesteuropa haben die Margen mit 9 Dollar ihren höchsten Stand seit April 2020 erreicht. Die Margen an der US-Golfküste haben sich mit 14 Dollar beinahe verdreifacht. Als Hauptfaktor ist die größere Gewinnspanne bei Gasoil zu nennen. Diese ist um etwa 60 Prozent gestiegen.

Experten gehen daher davon aus, dass die Raffinerieaktivität im Winter weiter steigen wird. Länder wie Indien, Südkorea, Taiwan und Japan werden ihre Verarbeitungsmengen erhöhen. Konkret gehen die Analysten von einer Rohölverarbeitung in Asien im vierten Quartal von 29,5 Mio. B/T aus. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 29,1 Mio. B/T gewesen, während 2019 im vierten Quartal 30,0 Mio. B/T Rohöl.

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