API-Daten lassen Ölpreise sinken – OPEC+-Meeting im Fokus

Die vom API vermeldeten Aufbauten bei Rohöl lassen die Ölpreise absinken. Die Befürchtung, das Zentrallager in Cushing könnte leerlaufen, sind durch den gestrigen Bericht wieder etwas gemindert worden. Die OPEC+ zeigt vor dem morgigen Meeting Einigkeit über die Produktionsstrategie. Forsche Aussagen einiger Hauptabnehmer und eine wachsende Unterversorgung stehen jedoch nach wie vor im Raum.

Am Dienstag starteten die Ölpreise mit leichten Gewinnen in den Tag. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass Mitglieder der OPEC es im Oktober offenbar schwer hatten, die vereinbarten Produktionsmengen einzuhalten. Dies macht eine umfangreiche Anhebung der Quoten für Dezember noch unwahrscheinlicher. Bis zum Mittag gaben die Notierungen dann jedoch etwas nach, da Analysten fest von preissenkenden API-Daten am späten Abend ausgingen.

Trotz preisstützender Meldungen über steigende Nachfrage und einen weltweit höheren Ölverbrauch gerieten die Ölpreise am Nachmittag unter Druck. Insgesamt herrschte vor der OPEC+-Entscheidung am Donnerstag aber eine hohe Volatilität und die Notierungen stiegen am frühen Abend erneut bis auf ihre Schlüsselmarken. Ab späten Abend gab es dann durch die vom API gemeldeten Rohölaufbauten noch mal starken Abwärtsdruck und die Ölpreise gingen leicht ins Minus.

Am Mittwochmorgen wirken die API-Daten immer noch nach. Brent verliert deshalb -0,86 Dollar und handelt bei 83,23 USD/B. WTI büßt -0,63 Dollar ein und handelt bei 82,37 USD/B. Und auch Heizölkunden in Deutschland können sich über einen leichten Effekt der Bestandszunahmen in den USA freuen. 100 Liter Heizöl sind bundesdurchschnittlich um 0,6 Prozent günstiger als gestern und kosten 89,50 Euro. Im Wochenvergleich ist der Preis sogar um 1,3 Prozent gesunken.

API: Rohölbestände gestiegen – Zentrallager in Oklahoma erholt sich

Das API hat wie jede Woche gestern Abend seine Bestandsdaten für die drei wichtigsten Referenzkategorien Rohöl, Benzin und Destillate herausgegeben. Zur Referenzwoche vom 29. Oktober sind die Rohölbestände erneut stark angestiegen. Um satte 3,6 Millionen Barrel haben sich die Vorräte gemehrt. Erwartet wurden +1,5 Millionen Barrel. Destillate sollen trotz der aktuell hohen Nachfrage am Markt um +0,6 Millionen Barrel gestiegen sein (erwartet -1,2 Millionen Barrel). Die Benzinbestände fielen leicht um -0,6 Millionen Barrel (erwartet -1,3 Millionen Barrel).

Beruhigende Zahlen gab es auch beim Zentrallager in Cushing, Oklahoma zu vermelden. Nachdem dort in der vergangenen Woche die Bestände mit einem satten Minus von -3,9 Millionen Barrel auf ein Rekordtief unter 30 Millionen Barrel gefallen waren, soll im Hauptlager nun nur ein Minus von -0,9 Millionen Barrel verzeichnet worden sein. Die Befürchtung, dass das Lager leerlaufen könnte, ist damit wohl zunächst etwas gelindert worden.

Bekanntlich folgen auf die Daten des API am Mittwoch die offiziellen Bestände des DOE. Diese Woche erscheinen sie aufgrund der verzögerten Zeitumstellung in den USA am Donnertsag bereits um 15:30 Uhr. Zahlen zur Raffinerieauslastung und der Nachfrage könnten neue Impulse für den Markt bringen.

OPEC+: Gleicher Tenor vor wichtiger Mitgliederversammlung am Donnerstag

Am morgigen Donnerstag bitten die 23 Mitgliedstaaten der OPEC+ zur Vollversammlung, um über die aktuelle Lage des Ölmarktes zu beraten. Das Produzentenbündnis wird laut seiner beschlossenen Förderstrategie die Produktionsmengen im Dezember um weitere 400.000 B/T anheben. Dieses Vorhaben stößt jedoch aufgrund der aktuellen Unterversorgung nicht überall auf Verständnis. Das Bündnis beschwört vor der wichtigen Sitzung jedoch Einheit.

So ließ US-Präsident Joe Biden kürzlich auf dem Weltklimagipfel in Glasgow erneut verlauten, dass die OPEC+ Schuld an der aktuellen Preisentwicklung haben würde. Japan schlug in die gleiche Kerbe und schloss sich den Aussagen der Staaten an. Auf Seiten der OPEC+ hatte vor wenigen Tagen bereits Saudi-Arabien ein klares Bekenntnis zur aktuellen Strategie gegeben und höhere Anhebungen der Quoten eine Absage erteilt. Bestätigung gab es gestern von Russlands Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er richtete sich dabei auch direkt an die USA, Japan, Indien und andere Befürworter höherer Mengen und meinte, dass die OPEC+ ihre Strategie nicht von Forderungen anderer Staaten abhängig machen würde.

Viele Zeichen vor der morgigen Sitzung scheinen daher auf eine Beibehaltung der Produktionsstrategie und somit einer weiteren sukzessiven Erhöhung von 400.000 B/T hinzudeuten. Die Mitgliedstaaten der OPEC+ scheinen sich relativ einig über ihre Strategie zu sein. Trotz der Aussagen seitens Russlands können die Forderungen vieler wichtiger Ölabnehmer und die sich zuspitzende Unterversorgung sicher nicht einfach wegdekliniert werden. Eine Anpassung der Mengen nach oben ist deshalb nicht ausgeschlossen. Dass diese ausreichen wird, um das Defizit am Markt in Gänze auszugleichen, ist jedoch unwahrscheinlich.

Die mobene Unternehmensgruppe