API vermeldet Bestandsaufbauten - Ölpreise weicher

Die Ölpreise bleiben weiterhin auf einem hohen Level. Die Bestandsdaten des API drosseln den Aufwärtstrend jedoch etwas. Das Institut vermeldete für die vergangene Referenzwoche Aufbauten in allen Bestandskategorien. In Libyen wurde unterdessen ein wichtiger Raffineriekomplex beschädigt. Inwiefern sich dies auf die Exporte des Landes auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Am Dienstag blieb das hohe Niveau, auf dem sich die Ölpreise seit August etabliert haben, bestehen. Die Gespräche bezüglich einer Rückkehr zum 2018 gekippten Atomabkommen mit dem Iran geben zwar Hoffnung auf mehr Öl am Markt, werden aber wahrscheinlich nicht zeitnah abgeschlossen. Die OPEC+ vermeldete ihrerseits, dass es nicht so schnell zu einer Erhöhung der Förderquoten kommen würde. Vor diesem Hintergrund blieben die Ölpreise erwartungsgemäß im Aufwärtstrend. Zum Mittag ebbte dieser jedoch ab und die Notierungen fielen auf ihre Tagestiefs.

Verkaufsdruck bekamen die Ölpreise dann von den Erwartungen, dass das API Aufbauten bei den Rohölbeständen vermelden würde. Am Nachmittag kam es dann jedoch zunächst zu einer Aufwärtskorrektur, ehe die Notierungen mit der Eröffnung des US-Handles zunächst einen Rücksetzer bekamen. Der positive Handelsauftakt sorgte jedoch schnell wieder für neue Tageshochs. In der Nacht setzten die API-Daten den Ölpreisen jedoch noch mal zu, konnten jedoch nicht verhindern, dass sich beide Qualitäten auf dem höchsten Niveau seit 2014 befinden.

Brent und WTI starten zunächst mit Verlusten in die Wochenmitte. Brent verliert -0,71 Dollar im Vergleich zum gestrigen Handelsschluss und handelt bei 85,39 USD/B. WTI verliert mit -1,12 Dollar noch mal deutlich mehr und handelt bei 83,34 USD/B. Die Heizölpreise haben sich im Vergleich zu gestern nicht geändert. Im Durchschnitt kosten 100 Liter in Deutschland aktuell 90,70 Euro.

API: Erhöhung der Bestände - Vorräte in Cushing schrumpfen weiter

Das API hat Dienstagnacht seinen Ölbestandsbericht für die Woche zum 22. Oktober veröffentlicht. Das Institut vermeldete dabei Aufbauten in allen drei wichtigen Bestandkategorien. Den größten Zuwachs gab es mit +2,3 Millionen Barrel bei Rohöl. Erwartet wurden lediglich +0,5 Millionen Barrel. Bei den Destillatbeständen gab es einen Aufbau von 1 Millionen Barrel. Erwartet wurde dort ein klares Minus von 2,1 Millionen Barrel. Die Benzinbestände stiegen ebenfalls leicht um 0,5 Millionen Barrel an, obwohl ein Minus von 1,8 Millionen Barrel erwartet wurde.

Worauf genau die Aufbauten zurückzuführen sind, ist noch nicht klar. Ob diese mit der Raffinerieauslastung oder den Nettoimporten zusammenhängen, wird der DOE-Bericht um 16:30 Uhr verraten. Interessant ist auch, dass im Zentrallager in Cushing, Oklahoma starke Bestandsabbauten von -3,7 Millionen Barrel verzeichnet wurden. Sollte das DOE die Abbauten bestätigen, würde der dortige Bestand zum ersten Mal seit Oktober 2018 unter ein Niveau von 30 Millionen Barrel sinken. Experten befürchten zudem, dass das Mindestniveau für den Betrieb des Lagers bald unterschritten werden könnte.   

Raffineriekomplex Zawiya in Libyen durch Gefechte beschädigt

Das staatliche libysche Ölunternehmen National Oil Corporation (NOC) teilte gestern mit, dass der Raffineriekomplex Zawiya im Nordwesten Libyens durch kriegerische Handlungen beschädigt wurde. Der Komplex ist an Libyens größtes Ölfeld, Sharara, angebunden und weist eine Kapazität von 120.000 B/T auf.

Laut Angaben der Regierung sind bei der Attacke acht Lagertanks für Produkte und Rohöl sowie fünf Tanks für Basisöle und Additive beschädigt worden. Ferner wurden die Misch- und Füllanlage für Mineralöl stark ramponiert. Inwiefern die Schäden am Raffineriekomplex nun Auswirkungen auf den Export haben werden, bleibt abzuwarten. Ob der Exporthafen von Zawiya auf den Weltmarkt kommt oder ob auch die Produktion des Ölfelds durch die Vorkommnisse in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist noch unklar.

Die mobene Unternehmensgruppe