Auf Langzeithoch folgt Verschnaufpause: Ölpreise geben leicht nach

Nachdem die Ölpreise zu Wochenbeginn erneut neue Langzeithochs geschrieben haben, geben sie nun etwas nach. Am Mittwoch treffen sich die Unterhändler des Irans und der EU zu Sondierungsgesprächen bezüglich des Atomabkommens. China wappnet sich mit hohen Importen bei Erdgas für den nahenden Winter.

Zum Auftakt in die letzte Oktoberwoche markierten die Ölpreise noch mal neue Langzeithochs. Diese wurden vor allem durch die Aussagen des saudischen Ölministers gestützt, der andeutete, dass die OPEC+ nach wie vor nicht plant, seine Quoten zu erhöhen. Schnelle Angebotssteigerungen wurden somit ausgeschlossen. Der Aufwärtstrend der letzten Wochen blieb intakt und die Notierungen erreichten bereits in den frühen Morgenstunden neue Langzeithochs.

Im weiteren Tagesverlauf bauten die Ölpreise ihre Gewinne sogar noch weiter aus. WTI schaffte es sogar zwischenzeitlich über die 85 Dollar Marke. Meldungen über eine erneute Ausbreitung des Coronavirus in China sorgten dann für Kopfschmerzen bei den Marktteilnehmern. Es kam am Abend zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Im späten Handel büßten Brent und WTI fast ihr gesamtes Tagesplus ein. WTI markierte ein neues Tagestief.

Am Dienstag starten die Ölpreise mit leichten Verlusten in den Tag. Brent verliert -0,04 Dollar und handelt bei 85,95 USD/B. WTI gibt -0,05 Dollar ab und handelt bei 83,64 USD/B. Die Heizölpreise in Deutschland sind im Durchschnitt leicht angestiegen. 100 Liter sind um 0,4 Prozent teurer als gestern und kosten 90,80 Euro.

Gespräche am Mittwoch: Iran und EU reaktivieren Verhandlungen

Seit Juni ruhen die Gespräche zum Atomabkommen zwischen dem Iran und den 5+1-Staaten. Aktuell kommt jedoch wieder vermehrt Bewegung in die stagnierten Verhandlungen. Am Mittwoch sollen Gespräche zwischen dem iranischen Unterhändler für Atomfragen, Ali Bagheri Kani und dem Chefunterhändler der EU, Enrique Mora, stattfinden. Beide werden sich in Brüssel treffen und die weitere Richtung der Verhandlungen ausloten.

In den letzten Monaten hatte Teheran die ursprünglichen Vertragspartner Großbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Russland und die Vereinigten Staaten immer wieder hingehalten. Hauptgrund war laut offiziellen Angaben die Amtseinführung des neuen Präsidenten Ebrahim Raisi. Dieser äußerte sich ebenfalls erst kürzlich positiv zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen. Deshalb könnte es nach vielen erfolglosen Versuchen in den letzten Monaten tatsächlich so weit sein, dass die Parteien die Sondierungen wieder starten.

Langsam scheint es aus Sicht der 5+1-Staaten auch nötig zu sein, denn die Internationale Atomaufsichtsbehörde (IAEA) meldete gestern, dass der Iran sein Atomprogramm weiter ausbaut. In der hochmodernen Atomanlage Natanz soll Uran, welches bereits auf 20 Prozent angereichert ist, weiter angereichert werden. Dadurch würde sich die Zeit zur Anreicherung auf einen höheren Reinheitsgrad verringern. Das Uran wäre dann waffenfähig.

Rekordimporte: China führt große Mengen Erdgas über Pipeline ein

China hat im September so viel Erdgas importiert wie noch nie zuvor. Die Volksrepublik bevorzugte Erdgas aufgrund der günstigeren Preissituation gegenüber LNG. Außerdem musste das Land seine Bestände aufstocken, da ein kalter Winter bevorsteht. Insgesamt wurden 3,87 Mio. Tonnen eingeführt, 2,2 Prozent mehr als noch im August. Das Gros der Mengen kam via Pipeline aus Kasachstan Die Importe aus dem Land stiegen im Vergleich zu August um 39 Prozent.

In China waren in den vergangenen Wochen die Preise für Kohle und LNG explodiert. Trotzdem steigerte das Land auch seine LNG-Einfuhren auf Monatssicht um 1,5 Prozent. Die Regierung sieht sich scheinbar aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Temperaturen veranlasst, die Energiebestände umfangreich anzuheben. In vielen Provinzen begann die Heizsaison in diesem Jahr fast zwei Wochen eher als sonst. 

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