Corona-Zahlen verunsichern die Marktteilnehmer – Preisrutsch bei den Ölpreisen

Meldungen über eine neue Corona-Variante in Südafrika lassen die Marktpreise einbrechen. Die WHO versucht unterdessen die Lage zu bewerten und mehr über die Mutation herauszufinden. Die OPEC+ wird unter Berücksichtigung der jüngsten Ereignisse am Ölmarkt nächste Woche über ihre Produktionspolitik beraten.

Am Donnerstag gingen die Ölpreise vor einem preisstützenden Hintergrund in den Handel, da das Angebotsdefizit zunächst bestehen blieb. Längerfristig prognostizierten OPEC-Berater aufgrund der Freigabe der strategischen Ölreserven einen Angebotsüberschuss. Auch deshalb spekulierten viele Marktteilnehmer, ob die OPEC+ ihre aktuelle Förderstrategie anpassen wird. Am Vormittag wurden die Notierungen dann von den Spannungen zwischen IAEA und dem Iran belastet.

Über den weiteren Tagesverlauf hinweg blieben allerdings Preisanstiege und Gewinnmitnahmen aus. Die Ölpreise handelten in einer sehr engen Spanne ohne große Impulse. Hinzu kam, dass sich viele amerikanische Trader aufgrund von Thanksgiving aus dem Handel heraushielten, was die Bewegungen am Markt übersichtlich gestaltete. Die Notierungen gingen schließlich nahezu unverändert zu ihren Eröffnungswerten aus dem Handel.

Preisentwicklungen am Freitag

Brent: 77,62 USD (-4,63 USD, -5,63 %)

WTI: 73,20 USD (-5,12USD -6,54 %)

Heizöl (DE Ø): 86,50 ct pro Liter (-2,0 %)

Neue Corona-Variante sorgt für Unruhe und Besorgnis

In Südafrika wurde vor einigen Tagen eine neue Corona-Variante entdeckt. Seit Tagen steigen dort die Infektionszahlen deshalb wieder rasant an. Auch in Deutschland ist die Inzidenz bundesweit wieder auf über 400 gestiegen. Die neuartige Variante ist hierzulande jedoch noch nicht angekommen.

Die WHO erklärte, dass sie auf einer Sitzung am Samstag über den Ernst der Lage beraten wird. Die Variante trägt aktuell den Namen B.1.1.529 und ist noch nicht genauer erforscht. Auch dies muss laut WHO zeitnah erfolgen. Klar ist jedoch, dass die Variante wohl eine sehr hohe Anzahl an Mutationen aufweist. Auch deshalb gibt es Anlass zur Sorge, dass die bisherigen Impfstoffe nicht gegen die neue Variante wirken könnten.

Die Marktteilnehmer reagierten verunsichert auf die Meldung aus Südafrika. Das Auftreten einer neuen, vermutlich hochgradig mutierten und impfresistenten Variante könnte erneute Lockdowns möglich machen. Auch deshalb gab es zum heutigen Handelsauftakt einen deutlichen Rücksetzer auf dem Ölmarkt.

Lage unübersichtlich: OPEC+ steht komplizierte Versammlung ins Haus

In den letzten Wochen ist die Gemengelage auf dem Ölmarkt wieder durcheinandergewirbelt worden. Nach wochenlangen sehr hohen Preisniveaus mit einer Unterversorgung des Marktes haben kürzliche Ereignisse die Marktsituation verschoben. Die Freigabe von strategischen Ölreserven durch die USA in Absprache mit China und einigen anderen Ländern spülte wieder mehr Öl auf den Markt. Nun droht aufgrund einer neuen Corona-Variante eine neue Welle.

All diese Aspekte muss die OPEC+ in ihrer Versammlung in der nächsten Woche berücksichtigen und entscheiden, ob sie ihren Kurs bei den Produktionserhöhungen beibehält. Der Wirtschaftsrat der Allianz warnte bereits vor einer noch höheren Überversorgung des Marktes in Q1 2022. Die Meldungen über eine neue Corona-Variante und hohe Infektionszahlen nährten die Sorge, dass ein Überangebot 2022 durch eine erneute Corona-Welle zusätzlich verschärft werden könnte.

Sicher ist, dass die OPEC+ in der kommenden Woche eine komplizierte Versammlung vor sich hat. Auch wenn die Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland bereits andeuteten, eine Null-Runde bei den Produktionsanhebungen durchaus zu befürworten, ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Traditionell sind sich die Mitglieder der Allianz nämlich nicht immer einig. Die aktuell angespannte Marktlage wird eine Entscheidungsfindung ohne Zweifel zusätzlich erschweren.

Die mobene Unternehmensgruppe