Der Ölpreis-Wochenrückblick für KW 40

Wir informieren Sie jede Woche in einem kurzen Rückblick über alle Faktoren, die den Ölpreis im Laufe der Woche beeinflusst haben. Außerdem präsentieren wir Ihnen eine statistische Übersicht mit allen Preisveränderungen zu Brent, WTI und Heizöl in Deutschland.

Wichtige Wochen-Ereignisse

  • Der Iran besteht bei den Verhandlungen über die Rückkehr zum Atomabkommen 2015 laut eigenen Angaben weiterhin auf die Freigabe von Geldern, welche im Rahmen der Sanktionen von den USA beschlagnahmt wurden. Im Raum stehen 10 Milliarden Dollar. Diese Summe stammt größtenteils aus dem Export von Öl und Gas. Die USA hatte bei der UN-Vollversammlung im September versucht, die Gespräche mit dem Iran wieder aufzunehmen. Dieser bestand jedoch auf die Freigabe der 10 Milliarden Dollar. Auf diese Forderung reagierte die USA nicht mehr.
  • Die Entscheidung, die Produktion für den kommenden Monat nicht anzuheben, fiel den 23 Ministern der OPEC+-Generalversammlung offensichtlich leicht. Ziemlich schnell waren sie sich einig und verkündeten ihren Beschluss auch im November nur 400.000 B/T mehr zu fördern. Die Rohölpreise an der New Yorker Börse sprangen daraufhin auf den höchsten Stand seit 2007.
  • Amin Nasser, Vorsitzender des staatlichen Unternehmens Saudi Aramco schätzt die aktuelle Ölnachfrage als „sehr gesund“ ein. Beim Energy Intelligence Forum am gestrigen Montag schätzte Nasser, dass die weltweite Ölnachfrage bis Ende des Jahres auf knapp 99 Mio. B/T steigen wird. Im vergangenen Monat lag das Nachfrageniveau bei durchschnittlich 97 Mio. B/T.
  • Die Saudi Aramco hat am Dienstag die Preise für ihre Lieferungen im November veröffentlicht. Sie senkte die Preise für den Folgemonat für Abnehmer aus allen Teilen der Welt. Nur die Sorte Extra Light für Kunden aus den USA blieb unverändert. Die stärksten Preisnachlässe wird es für Kunden aus Nordwest-Europa geben. Die Sorte Extra Light beispielsweise erhält für den November einen Abschlag von 1,80 Dollar pro Barrel zum Referenzwert.
  • In den vergangenen Monaten hatten sich viele europäische Länder darüber beschwert, dass Russland mit Öl geizen würde und dadurch mit dazu beiträgt, dass die Preise aktuell so hoch sind. Nun meldete sich Russlands Präsident Vladimir Putin zu Wort. Weitere Gaslieferungen für Europa seien nicht ausgeschlossen, sagte Putin. Fest steht, dass Putin die Belieferung Europas über die neuen Pipelines laufen lassen will. Gemeint sind damit die Nordstream-Pipelines 1 und 2 in der Ostsee. Nordstream 2 muss vor der Inbetriebnahme jedoch noch strenge EU-Regularien erfüllen.
  • Energieministerin Jennifer Granholm zieht eine Freigabe der strategischen Ölreserven in Betracht, um den hohen Spritpreisen in den USA entgegenzuwirken. Die strategischen Ölreserven der USA sind die größten der Welt und umfassen laut aktuellen Schätzungen etwa 617,8 Mio. Barrel, was ungefähr einen Monat des US-Ölverbrauchs deckt.
  • API-Daten: Rohölvorräte 1 Mio. Millionen Barrel (erwartet +/- 0 Mio. Barrel), Destillatbestände +0,3 Mio. Barrel. (erwartet -1,1 Mio. B). Benzinvorräte +3,7 Mio. Barrel (erwartet -0,2 Mio. Barrel).
  • DOE-Daten: Rohöl +2,3 Mio. Barell, Destillate -0,4 Mio. Barrel, Benzin +3,3 Mio. Barrel.

Marktlage und Prognose

Der Schock über die Entscheidung der OPEC+ ihre Fördermengen beizubehalten, sitzt bei den Marktteilnehmern immer noch tief. Dass das Produzentenbündnis diese Entscheidung treffen würde, war im Vorfeld jedoch nicht so unwahrscheinlich wie es der Aufschrei und die enorme Preissteigerung der Ölpreise vermuten lässt. Die Allianz bestätigt damit eher ihre Konsequenz Charakter, die sie schon bei den letzten Meetings hat walten lassen.

Die Entscheidung hatte postwendend Folgen für das Marktgefüge. Die Notierungen gingen zwischenzeitlich förmlich durch die Decke, sodass Brent sich stabil über 80 Dollar etablierte und auch WTI an dieser Marke kratzen durfte. Gleichzeitig schoben sich die Gaspreise immer weiter nach oben und spitzten damit die aktuell herrschende Energiekrise weiter zu.

Die globale Nachfrage hingegen gesundetet von Woche zu Woche mehr. Natürlich spielt auch die Sorge vor einem sehr kalten Winter eine große Rolle beim Abnahmezuwachs. Trotzdem lässt sich konstatieren, dass sich die Nachfrage mit Blick auf den Verlauf der Corona-Pandemie zügig und vernünftig erholt hat. Problematisch bleibt dabei die Tatsache, dass die Angebotsseite mit dieser Entwicklung voraussichtlich bis zum Jahresende nicht Schritt halten kann.

Veränderungen der Notierungen (4. -7. Oktober)

Brent: 79,01 USD/B; 82,41 USD/B; 82,85 USD/B; 80,95 USD/B

WTI: 75,58 USD/B; 78,67 USD/B; 79,21 USD/B; 76,85 USD/B

Heizöl (im Bundesdurchschnitt): 81,20 Euro/100 l; 83,20 Euro/100 l; 85,70 Euro/100 l; 84,70 Euro/100 l

Die mobene Unternehmensgruppe