Der Ölpreis-Wochenrückblick für KW 41

Wir informieren Sie jede Woche in einem kurzen Rückblick über alle Faktoren, die den Ölpreis im Laufe der Woche beeinflusst haben. Außerdem präsentieren wir Ihnen eine statistische Übersicht mit allen Preisveränderungen zu Brent, WTI und Heizöl in Deutschland.


Wichtige Wochen-Ereignisse

  • Die Investmentbank Goldman Sachs, die dafür bekannt ist, vor hohen Prognosen nicht zurückzuschrecken, schätzt den Zusatzbedarf sogar auf satte 650.000 B/T ein. Laut der Bank befinde sich der Wechsel von Gas auf Öl noch in einer Frühphase und würde noch an Dynamik zulegen.
  • Die Saudi Aramco geht davon aus, dass der Bedarf an Rohöl daher kurzfristig bis zu 500.000 B/T zunehmen könnte. Damit schätzt das saudi-arabische Ölunternehmen die Nachfragesteigerung höher ein als die OPEC. Die geht von einer Zusatznachfrage von 370.000 B/T aus.
  • Saudi-Arabien, seines Zeichens größter Rohölimporteur der Welt, wird im November mehr Öl exportieren. Grund dafür sind die günstigen Preiskonditionen der Saudi Aramco, die ihre November-Preise teilweise gesenkt hat. Kuwait soll ebenfalls Bereitschaft signalisiert haben, den Abnehmern mehr als die vereinbarten Mengen zu liefern. Die Zusatzmengen werden teilweise aus der Lagerhaltung entnommen, da die OPEC+ für November weiterhin nur eine Produktionssteigerung von +400.000 B/T erlaubt hat.
  • Das IHS rechnet damit, dass die Ölpreise auf 90 Dollar steigen könnten. Auch die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) erwartet ein kurzfristiges Preisziel von 90 Dollar. Bei der Citigroup hat man die Prognose für den Durchschnittspreis im vierten Quartal nun auf 85 Dollar angehoben und rechnet mit kurzfristigen Spitzen bis 90 Dollar.
  • Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlichte den World Energy Outlook. In diesem heißt es, dass dem Energiemarkt eine längere volatile Phase bevorstehen würde. Grund dafür seien vor allem zu geringe Investitionen, um den künftigen Energiebedarf decken zu können. So würde auch die Energiewende noch weiter auf sich warten lassen. Der Öl- und Gassektor ist laut IEA im Vergleich zu anderen Energiesektoren noch mit am besten aufgestellt.
  • Das EIA rechnet für das letzte Quartal mit einem Durchschnittspreis von 81,32 Dollar für Brent und 78,32 Dollar für WTI. Dies sind jeweils 10,03 Dollar pro Barrel mehr, als im Monatsbericht September. Für das kommende Jahr korrigierte das Institut ihre Prognosen um knapp sechs Dollar pro Barrel nach oben. Bei Brent geht man nun von einem Durchschnittspreis von 71,91 Dollar aus und bei WTI von 68,24 Dollar.
  • Nachdem es bereits monatelang still um die Verhandlungen zur Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 war, könnte nun neues Leben in die Verhandlungen kommen. Aus gut informierten Kreisen heißt es, dass EU-Unterhändler Enrique Mora in der laufenden Woche nach Teheran fliegen wird, um eine Fortsetzung der Gespräche auszuloten.
  • Neben Mora sollen auch Delegierte der 5+1-Mächte, bestehend aus Russland, China, Frankreich, Großbritannien, den USA + Deutschland wieder verstärkt den Kontakt zur iranischen Regierung gesucht haben, um die Islamische Republik zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen.
  • API-Daten: Rohölvorräte +5,2 Millionen Barrel (erwartet +0,9 Millionen Barrel), Destillatbestände -2,7 Millionen Barrel (erwartet -1,1 Millionen Barrel), Benzinbestände -4,6 Millionen Barrel (erwartet +0,6 Millionen Barrel).

Marktlage und Prognose

Die Gemengelage auf dem Ölmarkt hat sich auch in der einundvierzigsten Woche des Jahres 2021 kaum verändert. Aufgrund der Krise an den Energiemärkten schreiben die Ölpreise beinahe täglich neue Rekordzahlen. Dass ein Barrel WTI über 80 Dollar handelt und Brent regelmäßig an der Schwelle zu 85 Dollar/Barrel kratzt und 100 Liter Heizöl beinahe 90 Euro kosten, gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft dazu. Entlastung auf der Angebotsseite ist dabei kurzfristig kaum in Sicht. Die OPEC+ wird mindestens bis Anfang November konsequent bleiben, was ihre Produktionskürzung anbelangt. Dann kommt die Allianz wieder zu einer Generalversammlung zusammen. Dass dort dann eine Produktionserhöhung beschlossen wird, ist jedoch alles andere als sicher.

Leichte positive Signale, bezüglich des Ölangebots, können jedoch bei den Atomverhandlungen mit dem Iran vernommen werden. Die EU und die 5+1-Mächte intensivieren ihre Bemühungen darum, den Iran zurück an den Verhandlungstisch zu holen, um eine Einigung zum 2018 gekippten Abkommen zu erreichen. Ob diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, ist jedoch nicht klar. Zumindest scheint es jedoch nach monatelanger Funkstille erste zarte Kontaktversuche zu geben. Vielleicht geht auch alles ganz schnell und es gibt bald wieder mehr iranisches Öl am Markt.

Gut gebrauchen könnte dieser es sicherlich, zumal die Nachfrage immer weiterwächst. Die OPEC geht kurzfristig von zusätzlichen 370.000 B/T aus, das IEA von 500.000 B/T und die Großbank Goldman Sachs sogar von 670.000 B/T. Wie viel es letztlich wird, bleibt abzuwarten. Tut sich jedoch auf der Angebotsseite bis zum Jahresende nichts, wird die Unterversorgung weiterwachsen. Dass dies durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen liegt, zeigen die erhöhten Preisprognose des EIA für das vierte Quartal 2021 und das Jahr 2022.

Veränderungen der Notierungen (11. -14. Oktober)

Brent: 83,69 USD/B; 83,60 USD/B; 83,40 USD/B; 83,87 USD/B

WTI: 80,92 USD/B; 80,50 USD/B; 80,60 USD/B; 81,05 USD/B

Heizöl (im Bundesdurchschnitt): 87,70 Euro/100 l; 88,10 Euro/100 l; 88,00 Euro/100 l; 88,30 Euro/100 l

Die mobene Unternehmensgruppe