Der Ölpreis-Wochenrückblick für KW 43

Wir informieren Sie jede Woche in einem kurzen Rückblick über alle Faktoren, die den Ölpreis im Laufe der Woche beeinflusst haben. Außerdem präsentieren wir Ihnen eine statistische Übersicht mit allen Preisveränderungen zu Brent, WTI und Heizöl in Deutschland.

Wichtige Wochenereignisse

  • Die OPEC+ sieht sich aufgrund seiner Produktionspolitik weiter starker Kritik ausgesetzt. Das Produzentenbündnis hält trotz angespannter Marktlage weiter an seiner Quotenerhöhung von nur 400.000 B/T fest. Nun meldete sich der Ölminister Saudi-Arabiens zur Thematik zu Wort. Prinz Abdulaziz bin Salman, Ölminister des OPEC-Schwergewichts, warnt davor, dass die Corona-Pandemie noch nicht überstanden sei und die OPEC+ deshalb Vorsicht walten lassen müsse. Bin Salman verweist außerdem auf die Aussichten für 2022. Dann wird der Markt höchstwahrscheinlich einem Überangebot ausgesetzt sein.
  • Seit Juni ruhen die Gespräche zum Atomabkommen zwischen dem Iran und den 5+1-Staaten. Aktuell kommt jedoch wieder vermehrt Bewegung in die stagnierten Verhandlungen. Am Mittwoch wurden Gespräche zwischen dem iranischen Unterhändler für Atomfragen, Ali Bagheri Kani und dem Chefunterhändler der EU, Enrique Mora, geführt. Beide trafen sich in Brüssel. Die Verhandlungen sollen nun im November fortgesetzt werden. Hauptbedingung für den Iran bleibt weiterhin die Aufhebung der Sanktionen durch die USA.
  • Langsam scheint es aus Sicht der 5+1-Staaten auch nötig zu sein, denn die Internationale Atomaufsichtsbehörde (IAEA) meldete gestern, dass der Iran sein Atomprogramm weiter ausbaut. In der hochmodernen Atomanlage Natanz soll Uran, welches bereits auf 20 Prozent angereichert ist, weiter angereichert werden. Dadurch würde sich die Zeit zur Anreicherung auf einen höheren Reinheitsgrad verringern. Das Uran wäre dann waffenfähig.
  • China hat im September so viel Erdgas importiert wie noch nie zuvor. Die Volksrepublik bevorzugte Erdgas aufgrund der günstigeren Preissituation gegenüber LNG. Außerdem musste das Land seine Bestände aufstocken, da ein kalter Winter bevorsteht. Insgesamt wurden 3,87 Mio. Tonnen eingeführt, 2,2 Prozent mehr als noch im August. Das Gros der Mengen kam via Pipeline aus Kasachstan Die Importe aus dem Land stiegen im Vergleich zu August um 39 Prozent.
  • Das staatliche libysche Ölunternehmen National Oil Corporation (NOC) teilte gestern mit, dass der Raffineriekomplex Zawiya im Nordwesten Libyens durch kriegerische Handlungen beschädigt wurde. Der Komplex ist an Libyens größtes Ölfeld, Sharara, angebunden und weist eine Kapazität von 120.000 B/T auf. Laut Angaben der Regierung sind bei der Attacke acht Lagertanks für Produkte und Rohöl sowie fünf Tanks für Basisöle und Additive beschädigt worden. Ferner wurden die Misch- und Füllanlage für Mineralöl stark ramponiert. Außerdem existiert an einer weiteren Pipeline, der Es-Sider-Pipeline ein Leck. Die Ölförderung soll dadurch bereits um 200.000 B/T gesunken sein.

Veränderung der US-Bestandsdaten

API-Daten: Rohölvorräte +2,3 Millionen Barrel (erwartet +0,5 Millionen Barrel), Destillatbestände +1,0 Millionen Barrel (erwartet -2,1 Millionen Barrel), Benzinbestände +0,5 Millionen Barrel (erwartet -1,8 Millionen Barrel).

DOE-Daten: Rohölvorräte +4,3 Millionen Barrel, Destillatbestände -0,4 Millionen Barrel (Nachfrage -0,4 Millionen Barrel), Benzinbestände -2,0 Millionen Barrel (Nachfrage -0,3 Millionen Barrel).

Veränderungen der Notierungen (25. -28. Oktober)

Brent: 86,27 USD/B; 85,95 USD/B; 85,39 USD/B; 83,76 USD/B

WTI: 84,58 USD/B; 83,64 USD/B; 83,34 USD/B; 81,87 USD/B

Heizöl (im Bundesdurchschnitt): 90,40 Euro/100 l; 90,80 Euro/100 l; 90,70 Euro/100 l; 89,2 Euro/100 l

Die mobene Unternehmensgruppe