Fester Wochenstart für Ölpreise – USA will Reserven noch nicht freigeben

Die Notierungen starten nach der OPEC+-Entscheidung fest in die neue Handelswoche. Die Saudi Aramco hat ihre Preise für die Dezember-Lieferungen angehoben. Präsident Biden erteilt einer Freigabe der Ölreserven zunächst eine Absage.

Am Freitag starteten die Ölpreise vor einem neutralen Hintergrund in den Tag. Die preisstützende Meldung, dass die OPEC+ ihre Fördermengen auch im Dezember um nur 400.000 B/T anheben wird, wurde von den Spekulationen um eine Freigabe der US-Ölreserven ausgeglichen. Die angespannte Versorgungslage wurde dadurch jedoch nicht gemildert. Im Laufe des Vormittags erholten sich die Notierungen spürbar. Stützend wirkte dabei die Erwartung, dass die Saudi Aramco ihre Preise für Dezember anheben würde.

Hoch hinaus ging es für die Ölpreise dann jedoch nicht da Shell vermeldete, die beschädigten Ölplattformen im Golf von Mexiko früher als angenommen wieder in Betrieb zu nehmen. Mit der Eröffnung der US-Aktienmärkte und einer besser als erwarteten Arbeitsmarktstatistik gab es für die Ölpreise dann einen späten Aufschwung. WTI schaffte es wieder über die 80-Dollar-Marke und auch Brent ließ einige Widerstände hinter sich. Somit gingen die Notierungen auf Tagessicht mit einem Plus aus dem Handel.

Aktuelle Preisentwicklungen

Brent: 82,50 USD (+1,36 USD, +1,68 %)

WTI: 83,81 USD (+1,26 USD, +1,53 %)

Heizöl (DE Ø): 90,0 ct pro Liter (+ 2,3 %)      

Saudi Aramco erhöht sämtliche Preise für Dezember-Exporte

Das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco hat am Freitagabend seine offiziellen Verkaufspreise für seine Dezember-Lieferungen bekannt gegeben. Demnach wurden alle Preise in sämtlichen Regionen angehoben. Die Rohölsorte Arabian Light soll im Dezember nur noch mit einem Abschlag von -0,30 Dollar pro Barrel zum Referenzwert Brent Weighted Average (BWAVE) nach Nordwesteuropa gehen. Für Lieferungen im November lag der Abschlag noch bei -2,40 Dollar pro Barrel.

Die Preiserhöhung für Asien fiel sogar noch höher aus. So wurde der Aufschlag auf die Referenzmarke Oman-Dubai für Abnehmer aus Asien bei Arabian Light um 1,40 Dollar pro Barrel erhöht. Experten gingen von einer Preiserhöhung um 0,30 bis 0,90 Dollar pro Barrel aus. Der Preis für die exklusiv am asiatischen Markt angebotene Rohölsorte Saudi Arabian Super Light wurde sogar um 2,80 Dollar pro Barrel angehoben.

Biden erteilt Freigabe von strategischen Ölreserven eine Absage

Nach der Entscheidung der OPEC+ seine Fördermengen auch im Dezember nur um 400.000 B/T anzuheben, gingen viele Experten davon aus, dass die USA relativ zügig eine Freigabe von Ölreserven beschließen würde. Die Staaten in Person von Präsident Joe Biden hatten sich zuletzt teilweise empört darüber geäußert, dass das Produzentenbündnis nicht weitere Ölmengen freigibt. In den USA befinden sich beispielsweise die Benzinpreise seit Wochen auf einem Rekordniveau.

Laut den neusten Aussagen von Biden sollen jedoch zunächst keine Mengen aus den Ölreserven der USA freigegeben werden. Dies begründete der Präsident mit teils kryptischen Aussagen. So habe die USA noch andere Werkzeuge im Repertoire, um der aktuellen Notlage entgegenzuwirken. Ferner können die Staaten „im übertragenen und im wörtlichen Sinne mehr Energie in die Pipeline bringen“. Was genau damit gemeint ist, ist noch offen. Nach einer baldigen Freigabe von Ölreserven klingen diese Aussagen jedoch trotzdem nicht.

In dieser Woche außerdem wichtig

  • Stichwort Energiekrise: Russlands Präsident hatte zuletzt angekündigt, die Erdgaslieferungen nach Europa auszuweiten. Ende letzter Woche hieß es zumindest, dass es bereits Lieferungen über die Jamal-Pipeline in Richtung Westen gegeben habe. Ob noch mehr Lieferungen in dieser Woche folgen, bleibt abzuwarten.
  • USA lässt Einreisebeschränkungen fallen: In den USA werden ab heute die Einreisebestimmungen gelockert. Dies wird wahrscheinlich direkte Auswirkungen auf die Nachfrage und den Absatz von Flugkraftstoffen haben. Experten erwarten einen Passagieranstieg um 50 % im Vergleich zum Montag letzter Woche.
  • Monatsbericht der EIA und OPEC: Alle Ereignisse rund um die OPEC+-Entscheidung, die Energiekrise und die Aufhebung der Reisebeschränkungen werden auch auf die Monatsberichte der EIA und OPEC, welche im Laufe der Woche erscheinen, Einfluss nehmen.
  • Drohnenangriff auf Premierminister: Daneben könnten in dieser Woche auch weitere Meldungen aus dem Irak für Bewegung am Ölmarkt sorgen. Die Spannungen im Land nach den jüngsten Wahlen hatten am Wochenende zu einem Drohnenangriff auf den Premierminister Mustafa al-Kadhimi geführt, der jedoch nicht verletzt wurde.      
Die mobene Unternehmensgruppe