Neue Langzeithochs bei Ölpreisen – Experten heben Preisprognosen an

Die Ölpreise erreichen erneut neue Langzeithochs. Die Situation an den Energiemärkten entspannt sich noch nicht. Die Saudi Aramco wird mehr Ölmengen für den November-Export freigeben. Viele Experten heben ihre Preisprognosen an und rechnen mit neuen Rekordzahlen.

Zum Wochenstart blieben die Ölpreise in den hohen Sphären, die sie in der vergangenen Woche erreicht hatten. Die Probleme an den Energiemärkten entspannten sich nicht. Der Gaspreis befand sich nach wie vor auf einem Rekordhoch und die Unterversorgung am Ölmarkt spitzte sich immer weiter zu. In den Morgenstunden wurden bereits die Vortageshochs geknackt. Zur Mittagszeit zogen die Ölpreise dann weiter an und markierten neue Langzeithochs.

Wegen des US-Feiertages Columbus Day blieb der Handel am Montag verhältnismäßig ruhig. Brent und WTI konnten ihre 3- beziehungsweise 7-Jahreshochs nicht halten und es kam zu Gewinnmitnahmen. Für den restlichen Tagesverlauf blieben die Notierungen deshalb unter ihren Langzeithochs. Sie gingen schließlich jedoch mit klaren Preissteigerungen aus dem Handel.

Am Dienstag bewegen sich die Ölpreise bis zum Mittag nicht viel. Brent verliert leicht mit -0,09 Dollar und handelt bei 83,60 USD/B. WTI bleibt mit 80,50 USD/B und einem Plus von 0,02 Dollar über der 80-Dollar-Marke. Der Heizölpreis im Bundesdurchschnitt verändert sich mit +0,4 Prozent nur marginal. 100 Liter handeln bei 88,10 Euro.

Saudi-Arabien liefert im November mehr Öl

Saudi-Arabien, seines Zeichens größter Rohölimporteur der Welt, wird im November mehr Öl exportieren. Grund dafür sind die günstigen Preiskonditionen der Saudi Aramco, die ihre November-Preise teilweise gesenkt hat. Kuwait soll ebenfalls Bereitschaft signalisiert haben, den Abnehmern mehr als die vereinbarten Mengen zu liefern.

Die Zusatzmengen werden teilweise aus der Lagerhaltung entnommen, da die OPEC+ für November weiterhin nur eine Produktionssteigerung von +400.000 B/T erlaubt hat. Die zusätzlichen Mengen werden auf dem Markt etwas für Entlastung sorgen, der starken Unterversorgung aber nur geringfügig entgegenwirken können.

Gaspreise kommen nicht zur Ruhe – neue Preisprognosen fallen höher aus

Der Gasmarkt konnte sich nach dem Short-Squeeze in der vergangenen Woche etwas beruhigen. Trotzdem handeln die Notierungen aktuell bei einem Vielfachen des üblichen Preisniveaus. Eine einfache Rechnung zeigt das Ausmaß der Preissteigerungen: Rechnet man die Preise an den europäischen Gasmärkten anhand des Energiegehalts um auf Öl, so würde der Gaspreis bei 205 Dollar pro Barrel liegen – 2,5-mal so viel wie der aktuelle Brent Preis von 83,60 Dollar.

Auch deshalb heben viele Institutionen und Unternehmen ihre Preisprognosen für Öl an. IHS rechnet damit, dass die Ölpreise auf 90 Dollar steigen könnten. Auch die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) erwartet ein kurzfristiges Preisziel von 90 Dollar. Bei der Citigroup hat man die Prognose für den Durchschnittspreis im vierten Quartal nun auf 85 Dollar angehoben und rechnet mit kurzfristigen Spitzen bis 90 Dollar.

Die mobene Unternehmensgruppe