Niedriges Ölpreis-Niveau zum Start der Woche – Japan prüft Freigabe von Reserven

Die Ölpreise starten auf einem niedrigen Niveau in die neue Woche. Japan sondiert nun doch Möglichkeiten zur Freigabe der eigenen Ölreserven. Im Roten Meer kommt es zu erhöhten Risiken für den Schiffsverjehr, da die Houthi-Rebellen Sprengstoffschiffe im Kampf gegen Saudi-Arabien einsetzten.

Am Freitag gingen die Notierungen vor einem preissenkenden Hintergrund in den Handelstag. Vor allem die Bemühungen der USA um eine koordinierte Freigabe von Ölreserven weiterer Länder belastete die Preise. Hinzu kamen steigende Corona-Infektionszahlen, die in manchen Ländern schon Konsequenzen nach sich zogen. Zeitgleich blieb der Dollar fest, was die Notierungen zusätzlich in Wanken brachte. Am Morgen gab es zunächst einen Aufwärtstrend zu verzeichnen, ehe der bundesweite Lockdown in Österreich einen Kursrutsch bei EUR/USD nach sich zog.

Am frühen Nachmittag nahm der Verkaufsdruck dann zu, weil Gesundheitsminister Jens Spahn ein klares Nein zu einem Lockdown in Deutschland vermied. Durch eine technische Aufwärtskorrektur konnte Brent im frühen US-Handel zurück auf die 80-Dollar-Marke kommen. Da die US-Aktienindizes jedoch mit Verlusten in den Handel starteten, gaben die Notierungen anschließend erneut nach. Am späten Nachmittag entstand sogar weiteres Abwärtspotenzial und die Ölpreise gingen mit Verlusten aus dem Handel.

Preisentwicklungen am Montag:

Brent: 78,93 USD (+0,27 USD, +0,34 %)

WTI: 76,02 USD (-2,80 USD, -3,55 %)

Heizöl (DE Ø): 86,0 ct pro Liter (-2,6 %)

Japan zieht Freigabe der Ölreserven in Erwägung

Ende der vergangenen Woche hatte Japan den USA eigentlich eine Absage in Sachen Freigabe von strategischen Ölreserven erklärt. Die Gesetzeslage im Land der aufgehenden Sonne sieht eine Freigabe nur bei Angebotsausfällen und Naturkatastrophen vor, nicht jedoch, um Preise aktiv zu regulieren. Scheinbar sucht die Regierung nun doch nach einem Weg, das eigene Gesetz zu umschiffen.

Premierminister Fumino Kishida äußerte sich am Samstag gegenüber Journalisten zur aktuellen Lage. Er wolle die Situation evaluieren und prüfen, was Japan tun kann. Demnach sei noch nichts entschieden. Kishida verwies in seinem Statement auch erneut an die OPEC, die er bat, ihre Ölproduktion zu steigern.

In der vergangenen Woche hatte bereits China die Freigabe weiterer Ölreserven vorbereitet. Dies sorgte für einen ersten Preisrutsch an den Ölbörsen. Sollte Japan nu auch Mengen aus seinen Rücklagen freigeben, könnte es wieder zu einer Überversorgung des Marktes kommen und die Preise weiter sinken lassen.

Saudische Militärallianz warnt: Schiffsverkehr im Roten Meer ist Risiken ausgesetzt

Seit Jahren liefern sich Saudi-Arabien und der Iran einen Stellvertreterkrieg im Roten Meer und der Handelsroute rund um den Suez-Kanal. Dabei versucht die saudische Führung, die Houthi-Rebellen, welche vom Iran unterstützt werden, im Jemen zurückzudrängen. Staatlichen Meldungen zufolge planen die Rebellen nun neue Schiffsmanöver.

So wollen sie mit Sprengkörpern beladene Boote in den Schiffsverkehr einschleusen. Dies würde eine unmittelbare Gefahr für den Verkehr im südlichen Mittelmeer bedeuten. Über den Suez-Kanal werden viele Rohstoffe und waren transportiert. Auch Ölexporte nach Europa finden über diese Route statt.

Die mobene Unternehmensgruppe