Notierungen geraten durch DOE-Daten und US-Inflationszahlen unter Druck

Die DOE-Daten und Inflationszahlen aus den USA geben den Ölpreisen einen leichten Rücksetzer. Die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten in der vergangenen Referenzwoche ist leicht gesunken. Der Bedarf an Destillaten wie Heizöl bleibt jedoch robust. China importiert unterdessen immer Mehr Öl aus dem Iran, der Ende November die Verhandlungen zum Atomabkommen wieder aufnimmt.

Am Mittwoch testeten die Ölpreise schon früh ihre Vortageshochs. Gestützt wurden sie dabei vor allem von den überraschend starken Abbauten bei den US-Rohölvorräten, die das API in der Nacht zuvor vermeldet hatte. Ebenfalls preisstützend wirkte der EIA-Monatsreport, der kurzfristig Impulse für weitere Preissteigerungen beinhaltete. Mit Blick auf 2022 war der Bericht jedoch eher als preisschwächend zu betrachten. Bis zum Mittag blieben die Ölpreisbewegungen eher gering. Die Marktteilnehmer schienen zunächst die Daten des DOE abwarten zu wollen. Auch Meldungen aus den USA zur Freigabe der Ölreserven und Inflationsdaten standen noch aus.

Die Inflationsdaten fielen am Nachmittag dann höher aus als erwartet und gab dem Dollar Rückenwind. Die in Dollar gehandelten Ölsorten kamen dadurch unter Druck. Mit der Veröffentlichung der preissenkenden DOE-Daten nahm der Verkaufsdruck schließlich weiter zu. Die Abwärtsdynamik konnte auch am Abend nicht mehr durchbrochen werden. Brent und WTI gaben noch mal einige Prozentpunkte ab und beendeten den Tag mit starken Verlusten.

Preisentwicklungen am Donnerstag

Brent: 83,20 USD (+0,48 USD, +0,65 %)

WTI: 81,95 USD (+0,65 USD, +0,80 %)

Heizöl (DE Ø): 89,9 ct pro Liter (-1,5 %)

DOE korrigiert API bei Rohöl: Leichte Auf- statt starke Abbauten

Am Dienstag beziehungsweise Donnerstag veröffentlichten das API und DOE ihre Zahlen zu den US-Beständen in den drei wichtigsten Produktkategorien. Das API vermeldete überraschend starke Abbauten bei Rohöl von -2,5 Millionen Barrel. Auch bei Benzin und Destillaten sollte es in der Referenzwoche zum 5. November starke Abbauten von -4,5 und -3,3 Millionen Barrel gegeben haben.

Das DOE bestätigte am Mittwoch Abbauten von Benzin von -1,6 Millionen Barrel und Abbauten von -2,6 Millionen Barrel bei den Destillaten. Bei Rohöl korrigierte das Department jedoch die Zahlen in der Referenzwoche deutlich. Statt des kolportierten Abbaus von -2,5 Millionen Barrel sollen die Rohölvorräte der Staaten um +1,0 Millionen Barrel angewachsen sein.

Die Nachfrage sank für alle Produktkategorien um -0,7 Millionen Barrel. Der Bedarf an Destillaten zeigte sich dabei mit einem Plus von 600.000 Barrel robust. Die Nachfrage nach Benzin sank um 200.000 Barrel.

Import nimmt zu: China führt mehr Öl aus dem Iran ein

Der iranische Ölsektor unterliegt aufgrund einiger US-Sanktionen strengen Auflagen. Diese entstanden durch die Auflösung des Atomabkommens 2018. Trotzdem schaffte es die Islamische Republik, seine Ölexporte nach China zu steigern. Das Reich der Mitte bleibt somit der beste Kunde des Irans.

Bis Ende Oktober betrug die durchschnittlich pro Monat gelieferte Menge an iranischem Öl nach China laut Daten von Vortexa und Petro-Logistics 562.000 B/T. Im Mai hatten die Lieferungen zwischenzeitlich ihren Höchststand mit 730.000 B/T erreicht. Anschließend fielen sie jedoch im Juni und Juli auf durchschnittlich 478.000 B/T. In den vergangenen drei Monaten (August, September und Oktober) importierte China dann im Durchschnitt 560.000 B/T aus dem Iran.

Laut amtlichen Zolldaten hat China aufgrund der verhängten Sanktionen gegen den Iran seit Anfang 2021 kein Öl von dort importiert. Die Verhandlungen zur Wiederaufnahme des Atomabkommens und somit einer eventuellen Aufhebung der US-Sanktionen sollen am 29. November fortgesetzt werden.

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