Notierungen starten mit neuen Langzeithochs in die Woche

Die Ölpreise schreiben zum Start der KW 42 neue Rekordzahlen. Auf dem Markt wird diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Bei den Verhandlungen zum Atomabkommen kommt nach dem Besuch des EU-Unterhändlers im Iran wieder Bewegung. Zwischen den Wirtschaftsmächten USA und China bahnt sich ein milliardenschwerer Deal über LNG AN:

Zum Ende der vergangenen Woche gab es bei den Ölpreisen nach wie vor keine Entspannung, geschweige denn Preisnachlässe. Die Lage am Ölmarkt blieb preisstützend. Am Freitag wurden die Hochs von Donnerstag bereits in den frühen Morgenstunden überschritten. Im Verlauf des Vormittags markierten die Ölpreise neue Langzeithochs. Gegen Mittag ebbte das Aufwärtspotenzial zunächst wieder ab.

Im Lichte der globalen Energiekrise und der knappen Angebotslage blieben die Preise jedoch auf hohem Niveau. Brent erreichte im weiteren Tagesverlauf kein neues Hoch mehr. WTI schwang sich mit Handelsbeginn in den USA jedoch noch mal zu einem neuen 7-Jahreshoch auf. Im Verlauf des Nachmittags und abends kam es dann zu weiteren kleineren Gewinnmitnahmen. Dies tat dem hohen Niveau der Ölpreise jedoch keinen großen Abbruch. Brent und WTI gingen daher mit einem deutlichen Plus aus dem Handel.

Am Montag knacken die Notierungen neue Langzeithochs. Brent legt im Vergleich zum Schluss am Freitag +0,85 Dollar zu und handelt bei 85,77 USD/B. WTI macht +0,87 Dollar gut und handelt bei 83,52 USD/B. Die Heizölpreise haben mittlerweile die Schallmauer von 0,90 Cent pro Liter geknackt. 100 Liter kosten im Vergleich zu Freitag 0,6 % mehr und handeln im Bundesdurchschnitt bei 91,00 Euro.

Irak hält Ölpreise über 80 Dollar für „positiven Indikator“

Der Sprecher des irakischen Ölministeriums Asim Jihad, hat die Ölpreise von 80 Dollar als einen „positiven Indikator bezeichnet. Jihad zielt damit auf die positive Entwicklung nach der Hochphase der Corona-Pandemie ab. Als Herausforderung sieht er jedoch langfristige Stabilität in den Markt zu bringen.

Der Irak, seines Zeichens zweitgrößter OPEC-Produzent, hatte an der Corona-Pandemie heftig zu nagen. Durch die Einhaltung der OPEC+-Kürzungen gingen dem Land finanzielle Gewinne aus dem Ölhandel verloren. Immer wieder musste das Land die Förderquoten überschreiten. Aus dem Monatsreport der OPEC hat der Irak im September 4,14 Mio. B/T gefördert, etwa 80.000 B/T mehr als im August.

Verhandlungen zum Atomabkommen nehmen wieder Fahrt auf

Erstmals seit Juni kommt in die Verhandlungen zum Atomabkommen wieder Bewegung. Am Donnertag soll in Brüssel eine Zusammenkunft zwischen Diplomaten aus dem Iran und der EU stattfinden. Es soll sondiert werden, wie die seit beinahe fünf Monaten ausgesetzten Gespräche fortgesetzt werden können.

Vor Kurzem war EU-Unterhändler Enrique Mora nach Teheran geflogen, um den Iran wieder an den Verhandlungstisch zu holen. 5+1-Mitglied China zeigte sich aufgrund der Bemühungen erfreut. Aus den USA, die die Vereinbarung 2018 unter Führung von Donald Trump einseitig aufkündigten, kam keine Reaktion. Eine schnelle Einigung sollte aufgrund der neuen Entwicklungen jedoch nicht erwartet werden. Dafür befinden sich die verhandelnden Parteien noch zu weit auseinander.

Milliardendeal zwischen China und USA kurz vor Abschluss

Die globale Energiekrise hat China besonders hart getroffen. Immer häufiger kam es in den Provinzen des Landes zu Stromausfällen und Lieferengpässen bei Energieträgern. Kohle, die in der Volksrepublik immer noch eine prominente Energiequelle ist, wird zudem immer knapper.

Nun deutet sich ein milliardenschwerer Deal zwischen China und den USA zur Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) an. Mindestens fünf Unternehmen aus China sollen sich in Verhandlungen mit den USA befinden, darunter auch die staatliche Sinnopec und die China National Offshore Oil Companx. Für Amerika sitzen die Cheniere Energy und Venture Global am Verhandlungstisch. Im Raum steht eine Summe von 10 Milliarden Dollar.

Bis zum Ende des Jahres könnte der Deal laut Angaben aus Peking abgeschlossen sein. Mit den Verhandlungen über die LNG-Lieferverträge wurde schon seit Anfang des Jahres verhandelt. China hat Japan damit mittlerweile als größten LNG-Importeur abgelöst.

Die mobene Unternehmensgruppe