Ölpreise atmen kurz durch – Atomverhandlungen kurz vor Wiederaufnahme

Nach einem dauerhaften Aufwärtstrend atmen die Ölpreise zumindest kurz durch. In die Atomverhandlungen kommt immer mehr Bewegung. Am Donnerstag steht ein Sondierungsgespräch auf dem Plan. Die OPEC+-Mitglieder schafften es erneut nicht, die vereinbarten Quoten im September einzuhalten.

Zum Wochenauftakt blieben die Ölpreise aufgrund der anhaltenden Energiekrise auf einem hohen Niveau. Bereits in den frühen Morgenstunden konnten die Hochs von Freitag überschritten werden und der Aufwärtstrend der letzten Wochen wurde somit fortgesetzt. Am Vormittag belasteten jedoch die europäischen Aktienmärkte und enttäuschende Konjunkturdaten aus China die Ölpreise. Brent und WTI kehrten dadurch früh von ihren Hochs zurück.

Am Nachmittag kam durch die Meldung, dass die OPEC+ ihr Produktionsziel im September nicht einhalten konnte, Kaufdruck ins Spiel. Brent wurde dadurch nachhaltig ausgebremst und kam nicht mehr über das bisherige Tageshoch hinaus. WTI hingegen machte einen deutlichen Sprung nach oben. Im weiteren Tagesverlauf kam es dann jedoch zu weiteren Gewinnmitnahmen. Die Notierungen gingen schließlich seit langer Zeit mal wieder mit Verlusten aus dem Handel.

Am Dienstag steigen die Ölpreise wieder fester in den Handel ein. Brent legt +0,56 Dollar im Vergleich zum Handelsschluss am Montag zu. WTI gewinnt +0,64 Dollar und handelt damit bei 82,92 USD/B. Die Heizölpreise im Bundesdurchschnitt sind im Vergleich zu gestern etwas gesunken (-0,8 %). 100 Liter kosten daher aktuell 90,30 Euro.

Irans Präsident Raisi will Atomverhandlungen fortsetzen

Am Donnerstag werden Vertreter des Irans und der EU in Brüssel über die Fortsetzung der Atomverhandlungen sprechen. Nachdem EU-Unterhändler Enrique Mora kürzlich in den Iran gereist war, kommt nun also wieder Bewegung in die Verhandlungen, die seit Juni zum Erliegen gekommen waren. Auch der iranische Präsident Ebrahim Raisi scheint von einer möglichen Fortsetzung der Gespräche nicht abgeneigt.

So zeigte sich der neue Präsident der Islamischen Republik offen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Gleichzeitig betont Raisi jedoch, dass die USA ihre Sanktionen gegen den Iran fallen lassen sollen. Seit jeher sind die Aufhebung der Sanktionen eine Grundvoraussetzung für den Iran, um dem Abkommen wieder beizutreten. Die Verbote der USA richten sich vor allem gegen die Ölindustrie und wurden im Zuge der Aufkündigung der Vereinbarung 2018 durch Donald Trump eingeführt. Sollten diese fallen, könnte der Iran seine Produktion um bis zu 1,3 Mio. B/T steigern.

OPEC+ verfehlt Produktionsziel – einige Staaten mit Problemen

Die 23 OPEC+-Mitglieder haben es auch im September verfehlt, die geplanten Förderanhebungen voll umzusetzen. Zum Vergleich: Im Juli, vor den schrittweisen Anhebungen um 400.000 B/T pro Monat, hatte die Quotenerfüllung bei 109 Prozent gelegen. Im August lag die Quotenerfüllung dann bei 116 Prozent. Im September ist sie auf 115 Prozent gesunken.

Die Zahlen zeigen, dass einige Länder des Bündnisses offenbar nach wie vor Probleme haben, ihre Produktion zu steigern. Dazu zählen neben den afrikanischen Vertretern Angola und Nigeria auch Kasachstan oder Aserbaidschan. Theoretisch hätten diese und die weiteren Mitglieder der OPEC+ im September zusätzlich 747.000 B/T fördern können, ohne die vereinbarten Quoten zu verletzen. Dies würde der Unterversorgung am Ölmarkt in der aktuellen Situation sicher etwas Abhilfe schaffen.

Die mobene Unternehmensgruppe