Ölpreise bewegen sich in enger Handelsspanne – OPEC+ fürchtet Angebotsüberschuss

Die Notierungen am Ölmarkt bleiben nach einer kurzen Preisrallye in einer engen Handelsspanne. Die Freigabe der Ölreserven bleibt das Top-Thema auf dem Markt. Nun wird die OPEC+ auf die zusätzlichen Mengen am Markt wohl reagieren. Bei den Verhandlungen zum Atomabkommen gibt es für die kommenden Gespräche schlechte Vorzeichen.

Am Mittwoch gingen die Ölpreise mit Rückenwind in den Handel. Die Höhe der freigegebenen strategischen Ölreserven hatte die Marktteilnehmer tags zuvor nämlich enttäuscht und eine Preisrallye ausgelöst. Dieser Effekt wurde etwas durch die preissenkenden API-Daten vom Dienstagabend aufgefangen. Im frühen Handel überschritten die Notierungen zunächst ihre Vortageshochs. Im weiteren Verlauf kam die Preisrallye dann jedoch etwas ins Stocken. Zum Nachmittag hin richtete sich der Fokus dann auf die OPEC+, die auf die Freigabe der Ölreserven reagieren wollte.

Am späten Nachmittag kam dann die Meldung, dass die Allianz auch ein Aussetzen der planmäßigen Produktionsanhebungen in Erwägung zieht, was bei den Ölpreisen noch mal für Aufwärtsdrang sorgte. Die Tageshochs konnten dadurch jedoch nicht mehr überschritten werden, was auch an den gemischten Impulsen der DOE-Daten lag. Die Notierungen gingen schließlich auf dem Niveau ihrer Eröffnungswerte aus dem Handel.

Preisentwicklungen am Donnerstag

Brent: 82,31 USD (+0,11 USD, +0,13%)

WTI: 78,22 USD (-0,10 USD, -0,13 %)

Heizöl (DE Ø): 88,30 ct pro Liter (-0,2 %)

OPEC+ rechnet mit wachsendem Überangebot im Jahr 2022

Nach der koordinierten Freigabe von Ölreserven durch die USA, China, Japan, Indien, Südkorea und Großbritannien geht die OPEC+ von einem noch größeren Angebotsüberschuss auf dem Weltmarkt im Jahr 2022 aus. Dies prognostizierte das Economic Commission Board, ein beratendes Gremium der Allianz.

Berichten zufolge rechnet die OPEC+ damit, dass der erwartete Überschuss im Januar und Februar mit einer zusätzlichen Ölmenge von 66 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven der fünf beteiligten Länder um jeweils 1,1 Mio. B/T steigen könnte. Das erwartete Überangebot läge dann im Januar bei 2,3 Millionen B/T und im Februar bei 3,7 Millionen. B/T.

Die Prognose wird durch die Aussagen der OPEC+-Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland untermauert, die eine Nullrunde bei den Produktionsanhebungen in Erwägung ziehen. Damit soll einem zu großen Ungleichgewicht auf dem Markt entgegengewirkt werden. In der kommenden Woche wird bei der nächsten Versammlung des Gremiums darüber beraten, ob eine solche Maßnahme durchsetzbar ist.

Atomabkommen: Verweigerung des Iran belastet anstehende Gespräche

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ließ am Mittwoch verlauten, dass der Iran der IAEA den Zugang zu den wichtigen Atomanlagen des Landes verwehrt. Der Behörde wird somit ein durchgehender Kenntnisstand der Aktivitäten der Islamischen Republik verwehrt.

Anfang der Woche hatte Grossi in Teheran versucht, eine Übereinkunft zur Besichtigung der Anlagen zu erreichen. Auf der Agenda stand außerdem eine erneute Installation von Kameras an der Tsai Fabrik in Karadsch. Dort soll der Iran angeblich wieder Zentrifugen bauen. Alle Ersuchen seitens der IAEA wurden vom Iran jedoch abgewiesen.

Diese Entwicklungen belasten die für Montag anberaumten Gespräche zur Wiederaufnahme des Atomabkommens von 2015 bereits im Vorfeld. Die Gespräche ruhen seit Juni. Eventuell müssen die Verhandlungen noch mal bei null beginnen. Abzuwarten bleibt zudem, wann es zu direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kommen wird. 

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