Ölpreise fallen nach Freigabe von strategischen Ölreserven durch die USA

Nach der offensichtlichen Freigabe der US-Ölreserven sinken die Ölpreise. Eine offizielle Bestätigung des Weißen Hauses steht zwar noch aus, doch die Zahlen des DOE lassen auf eine erfolgte Freigabe schließen. zeitgleich versuchen die USA weitere Freigaben mit asiatischen Ländern zu koordinieren.

Am Mittwoch gingen die Notierungen vor einem neutralen Hintergrund in den Handel. Aktuell ist der Energiemarkt nach wie vor sehr angespannt. In absehbarer zeit könnte sich dies jedoch wieder ändern und sogar eine Überversorgung eintreten. Nach ihren Verlusten am Dienstagabend blieben die Ölpreise zunächst in einer engen Handelsspanne. Die Meldung, dass die OPEC bis 2045 einen weiteren Anstieg des Ölbedarfs sieht, hatte keinen merklichen Effekt. Zur Mittagszeit ging es für die Notierungen dann bis zur ersten Unterstützung runter. Gravierende Verluste konnten jedoch abgewendet werden.

Die Marktteilnehmer erwarteten dann mit Spannung die US-Ölbestandsdaten des DOE. Diese fielen in der Referenzwoche zum 12. November preisstützend aus, da es in allen drei Bestandskategorien Abbauten zu verzeichnen gab. Auch die Nachfrage stieg um 2,3 Millionen B/T deutlich. Allerdings verpuffte die Aufwärtsbewegung schnell. Im späten Handel rutschten die Notierungen dann sogar noch mal ab und knackten ihre Vortagestiefs. Die Ölpreise dingen somit mit starken Kursverlusten aus dem Handel.

Preisentwicklungen am Donnerstag

Brent: 80,04 USD (-0,17 USD, -0,21 %)

WTI: 77,95 USD (-0,25 USD, -0,32 %)

Heizöl (DE Ø): 87,60 ct pro Liter (-1,7 %)

USA: DOE-Daten lassen auf Freigabe von Ölreserven schließen

Das Weiße Haus bestätigte die Freigabe von Ölreserven noch nicht. Trotzdem lassen die Daten des DOE zur vergangenen Referenzwoche auf eine erfolgte Freigabe schließen. Die Staaten scheinen also Maßnahmen zu ergreifen, um den hohen Energiepreisen entgegenzuwirken.

Laut dem US-Energieministerium nahmen die landesweiten Ölbestände in der abgelaufenen Berichtswoche um insgesamt -8,9 Millionen Barrel ab. Nicht darin beinhaltet sind die strategischen Ölreserven der USA. Betrachtet man diese zusätzlich, so sanken die US-Vorräte um -12,1 Millionen Barrel. Das heißt, dass die strategischen Ölreserven der USA um -3,2 Mio. Barrel abgenommen haben und damit scheinbar schon freigegeben wurden.

USA koordinieren weitere Freigaben mit asiatischen Ländern

Nach der eigenen Freigabe von Ölreserven scheinen die USA bei weiteren Ländern nach einer solchen Maßnahme angefragt zu haben. Konkret ist bekannt, dass die Staaten mit China in einer Videokonferenz am Mittwoch über dieses Thema berieten. Außerdem soll das Weiße Haus bei Japan und Südkorea über eine mögliche Freigabe angefragt haben.

Die Freigabe gestaltet sich bei genannten Ländern unterschiedlich schwierig. Während China bereits im laufenden Jahr zweimal auf eigene Reserven zurückgegriffen hat, um den Marktpreis zu regulieren, ist die Situation in Japan und Südkorea komplizierter. Japan kann per Gesetz nur zur Überbrückung von Versorgungsengpässen auf die Reserven zugreifen. Südkorea gab bekannt, dass sie keine Reserven zur Regulierung des Preises freigeben werden.

Beide Staaten sind Mitglieder der IEA und können nur durch Anordnung der Vereinigung auf die eigenen Reserven zurückgreifen. Möglich ist jedoch, dass beide Staaten eine zusätzliche Reserve zu den offiziellen Rücklagen haben, auf diese sie nach Belieben zugreifen können.

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