Ölpreise gehen mit neuen Langzeithochs in letzte Oktober-Woche

Die letzte Oktober-Woche beginnt mit neuen Langzeithochs für die Ölpreise. Der Iran peilt trotz schleppend vorangehender Atomverhandlungen eine Expansion auf dem Ölmarkt an. Die OPEC+ bleibt bei ihren Quoten weiter standhaft. Auch die lauter werdende Kritik von vielen Regierungschefs erschüttert die Allianz nicht.

Am vergangenen Freitag hielt sich das hohe Niveau der Ölpreise unverändert. Gute Nachrichten gab es aus dem Golf von Mexiko. Dort sollen die beschädigten Anlagen von Shell nach den Sturmtiefs wieder eher in Betrieb genommen werden können. Bereits im November sollen die Ölanlagen wieder an das Netz gehen. In den frühen Morgenstunden notierten die Ölpreise zunächst verhältnismäßig tief. Die positive Stimmung an den Finanzmärkten gab jedoch schnell den Startschuss für einen Aufwärtstest. Die Notierungen holten dadurch ihre Verluste vom Morgen bis zum Mittag wieder auf.

Das Aufwärtspotenzial von Brent und WTI blieb jedoch begrenzt. Die Notierungen taten sich bis in den Nachmittag schwer, die frühen Tageshochs noch mal zu durchbrechen. Ein Test am späten Nachmittag scheiterte zunächst, bis die Preise am Abend noch mal spürbar Schwung bekamen und letztlich ihre Tageshochs knackten. Die Notierungen gingen mit einem deutlichen Plus aus dem Handel.

Zu Beginn der letzten Oktober-Woche bleibt das Niveau hoch. Die Ölpreise notieren bereits früh auf neuen Langzeithochs. Brent legt +0,50 Dollar zu und handelt bei 86,27 USD/B. WTI gewinnt im Vergleich zu Freitag +0,55 Dollar hinzu und handelt bei 84,58 USD/B. Die Heizölpreise in Deutschland pendeln sich durchschnittlich bei 90 Euro ein. Im Vergleich zu Freitag ist der Preis für 100 Liter leicht auf 90,40 Euro angestiegen.

Iran sucht Inverstoren für Ölfelder - Atomabkommen als Knackpunkt

Der Iran möchte weiterhin seine Ölproduktion ausbauen. Die Islamische Republik wird immer noch von den Sanktionen der USA ausgebremst, die 2018 im Zuge der Kündigung des Atomabkommens verhängt wurden. Die Verhandlungen zu einer Wiederaufnahme des Vertrags, welche seit Sommer geruht haben, kommen langsam wieder in Gang. Eine Einigung wird wahrscheinlich auch über die Expansion des Irans in der Ölindustrie entscheiden.

Denn es scheint sich aufgrund der komplizierten Lage schwierig zu gestalten, Investoren für die iranischen Ölprojekte zu finden. Aufgrund der von den USA verhängten Sanktionen nehmen Interessenten regelmäßig Abstand von einer Beteiligung. Um die Ölfelder Nord-Azadegan und Yadavaran sowie Süd-Azadegan und Yaran im Südwesten des Landes zu erschließen, werden jedoch mindestens elf Milliarden Dollar benötigt.

OPEC+ warnt vor Corona – Quotenerhöhung 2021 wird unwahrscheinlicher

Die OPEC+ sieht sich aufgrund seiner Produktionspolitik weiter starker Kritik ausgesetzt. Das Produzentenbündnis hält trotz angespannter Marktlage weiter an seiner Quotenerhöhung von nur 400.000 B/T fest. Vielerorts werden die Rufe nach mehr Öl aus dem Bündnis jedoch immer lauter. Nun meldete sich der Ölminister Saudi-Arabiens zur Thematik zu Wort.

Prinz Abdulaziz bin Salman, Ölminister des OPEC-Schwergewichts, warnt davor, dass die Corona-Pandemie noch nicht überstanden sei und die OPEC+ deshalb Vorsicht walten lassen müsse. Bin Salman verweist außerdem auf die Aussichten für 2022. Dann wird der Markt höchstwahrscheinlich einem Überangebot ausgesetzt sein. Zusätzliche OPEC-Mengen in diesem Jahr würden das Ungleichgewicht weiter verstärken. Unterstützung erhielt der saudische Minister von seinen OPEC+-Kollegen aus Aserbaidschan und Nigeria. Die OPEC+ tagt erneut am 4. November.

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