Ölpreise legen leicht zu – OPEC mit Problemen bei Produktionsanhebung

Die Ölpreise legen nach Allerheiligen wieder etwas zu. Einige Länder der OPEC haben mit der kürzlichen Produktionsanhebung zu kämpfen und kommen nicht hinterher. In China spitzt sich die Energiekrise zu. Die Rohölvorräte sind beinahe erschöpft und auch die Kraftstoffreserven schrumpfen immer mehr.

Die Meinung der OPEC+ blieb auch am Wochenende vor der nächsten Generalversammlung am Donnerstag gleich. Das Produzentenbündnis plant nicht, seine Produktion im November zu erhöhen. Gemeinsam mit dem starken Auftakt der europäischen Aktienmärkte bescherte diese Meldung den Ölpreisen früh am Montag ein sehr festes Niveau. Bis zur Mittagszeit konnte dieses Level gehalten werden. Dann verschnauften die Notierungen kurz. Sie schienen allerdings nur Anlauf zu nehmen, da sie nach der Eröffnung des US-Handels neue Tageshochs markierten.

Gestützt wurden die Ölpreise im weiteren Tagesverlauf von der anhaltenden Kursrallye am US-Aktienmarkt und der Meldung über unterbrochene Erdgaslieferungen von Russland nach Europa. Aus diesem Grund ging es für die Notierungen noch bis auf die Hochs von vergangenem Dienstag. Dort kam es dann zu Gewinnmitnahmen, da auch die Aktienindizes an der US-Börse einknickten. Bis zum Handelsende konnten sich die Ölpreise jedoch wieder etwas stabilisieren. Die Backwardation-Situation bei Brent war gemessen am 3-Monatsspread zum Settlement sogar so ausgeprägt wie seit 2019 nicht.

Brent handelt am Dienstag bei 84,83 USD/B. Das sind +0,28 Dollar mehr als am Schluss Montag. WTI legt +0,10 Dollar zu und handelt bei 83,97 USD/B. Der bundesdurchschnittliche Heizölpreis pendelt sich bei 90 Euro ein. 100 Liter sind im Vergleich zu gestern um ungefähr 0,6 % teurer geworden.

OPEC-Mitglieder kommen bei Produktionsanhebung nicht mit

Die OPEC+ hatte für Oktober eine Produktionsanhebung von +400.000 B/T angestrebt. 254.000 B/T sollten dabei auf die Mitglieder der OPEC entfallen. Vielerorts wurde diese Anhebung kritisiert und als zu gering eingestuft, um der Unterversorgung des Ölmarktes entgegenzuwirken. Analysten zufolge konnte die OPEC jedoch nicht einmal die vereinbarten Mengen bewältigen.

Basierend auf Tankertrackingdaten stellt die Nachrichtenagentur Bloomberg fest, dass die OPEC im vergangenen Monat gerade einmal 140.000 B/T mehr fördern konnte. Probleme hatten vor allem die stark unterfinanzierten Länder Angola und Nigeria. Andere Staaten wie Saudi-Arabien, der Irak und die VAE hingegen, förderten sogar mehr Öl als ursprünglich vereinbart.

Sollten die OPEC-Mitglieder weiterhin nicht die vereinbarten Mengen fördern, wird sich die angespannte Angebotssituation wohl weiter verschärfen. Das technische Komitee der OPEC+ war sich am vergangenen Donnerstag bereits einig, dass das Angebot im vierten Quartal noch mal knapper ausfallen könnte als Anfang Oktober prophezeit.

Energiekrise: China kämpft mit knappen Ölreserven und Stromausfällen

China veröffentlicht anders als die USA nicht seine landesweiten Rohölvorräte. Unternehmen wie beispielsweise Kayrros nutzen jedoch Satellitenbilder und andere Tools, um sich dem Umfang der Bestände zu nähern. Laut aktuellen Schätzungen sind die Bestände in der Volksrepublik auf einem Langzeittief angelangt. Das Land hatte in den letzten Monaten seine Bestände reduziert, um die Unterversorgung am heimischen Markt auszugleichen.

Die Freigabe der Extramengen hatte jedoch nicht den gewünschten Effekt. Das Preisniveau blieb hoch und die Vorräte schwanden kontinuierlich. Laut Kayrros nahmen die Vorräte seit Mitte März um rund 10 % ab und sanken auf etwa 919 Mio. Barrel ab. Diese Menge reicht noch für einen Verbrauch von 60 Tagen (Verbrauch: 15,28 Mio. B/T laut EIA) aus, ist gleichzeitig aber auch das niedrigste Niveau seit November 2018.

Die Unternehmen Ursa Space Systems und Kpler nutzen andere Methoden zur Bestandsermittlung. Doch auch sie bestätigen einen Rekordtiefstand der chinesischen Rohölvorräte. Dies bedeutet für die ohnehin bereits angeschlagene Energiewirtschaft des Landes ohne Zweifel weitere Herausforderungen. Schon jetzt kommt es in vielen Provinzen regelmäßig zu Stromausfällen. Auch Kraftstoff ist knapp. Das Land wird kurzfristig wohl mehr Rohöl importieren müssen und Mengen aus den eigenen Kraftstoffreserven freigeben müssen.

Die mobene Unternehmensgruppe