Ölpreise stoppen Aufwärtstrend – Putin macht Gasmarkt Hoffnungen

Nach einem langen Bergauf machen die Ölpreise erst einmal wieder Halt. Das DOE bestätigt die Aufbauten bei Rohöl, die dasd API bereits andeutete. Die Gaskrise spitzt sich immer weiter zu. Russland will nun mehr Gas nach Europa exportieren. Die USA sondiert Maßnahmen, um die eigenen Spritpreise wieder zu senken.

Trotz der Aufbauten bei den US-Rohölvorräten blieben die Ölpreise auch am Mittwoch auf einem hohen Level. Die Entscheidung der OPEC+ vom Montag, weitere Lockerungen der Produktionsquoten nicht zu genehmigen, hatte noch eine zu starke Wirkung auf die Notierungen. Am Morgen und Vormittag blieben die Ölpreise ihrem Aufwärtstrend zunächst treu. WTI schaffte es dadurch, ein neues 7-Jahreshoch zu erreichen. Die Preissenkungen der Saudi-Aramco für November bremsten die Dynamik jedoch etwas aus.

Mit der Eröffnung der europäischen Aktienmärkte, die stark in die Knie gingen, fielen die Notierungen weiter. Auch die US-Börse hatte bei ihrer Eröffnung Verluste zu melden. Bereits vor der Veröffentlichung der DOE-Daten waren die Ölpreise damit deutlich im Minus. Die Daten des DOE waren dann als leicht preissenkend einzustufen, hatten aber wenig Wirkung. Auch im späten Handel blieben die Notierungen im roten Bereich und beendeten den Tag mit einem deutlichen Minus.

Am Donnerstag starten Brent und WTI unterschiedlich in den Tag. Brent legt zum Schluss gestern um +0,12 Dollar zu und bleibt mit 80,95 USD/B über der 80-Dollar-Marke. WTI verliert -0,04 Dollar und handelt bei 76,85 USD/B. Auch die Heizölpreise im Bundesdurchschnitt beruhigen sich wieder etwas. Im Vergleich zu gestern sind sie um -1,2 Prozent gesunken. Damit sind sie im Jahresvergleich zwar immer noch über 100 Prozent teurer, stoppen jedoch ihren steilen Aufwärtstrend der letzten Tage.

DOE bestätigt Zahlen des API – Effekt auf Ölpreise gering

Das DOE veröffentlichte gestern die offiziellen Zahlen zu den US-Ölbeständen. Das Department bestätigte die Zahlen des API weitestgehend. Bei Rohöl gab es laut Angaben der offiziellen Stelle sogar einen Bestandszuwachs von +2,3 Mio. Barrel (API +1,0 Mio. Barrel). 1,5 Mio. Barrel entfielen dabei auf das Zentrallager in Cushing, Oklahoma.

Bei den Benzinbeständen vermeldete das DOE mit +3,3 Mio. Barrel nur einen geringen Unterschied zu den API-Zahlen mit +3,7 Mio. Barrel. Bei den Destillatbeständen vermeldete das Institut einen Aufbau von +0,3 Mio. Barrel. Das DOE veröffentlichte jedoch einen leichten Abbau von -0,4 Mio. Barrel.

Mehr Gasexporte nach Europa? Putin mit ersten Andeutungen

Am gestrigen Vormittag erreichte die Gaspreis-Krise einen neuen Höhepunkt innerhalb kürzester Zeit zog der Preis für Erdgas an der ICE auf 407,82 Dollar pro British Thermal Unit an- ein Anstieg um knapp 35 % im Intraday-Handel. Im Jahresvergleich betrug die Preissteigerung im Hoch sogar schwindelerregende 1.000 %.

In den vergangenen Monaten hatten sich viele europäische Länder darüber beschwert, dass Russland mit Öl geizen würde und dadurch mit dazu beiträgt, dass die Preise aktuell so hoch sind. Nun meldete sich Russlands Präsident Vladimir Putin zu Wort. Weitere Gaslieferungen für Europa seien nicht ausgeschlossen, sagte Putin. Schwierig gestaltet sich das Vorhaben jedoch vor allem, da in Russland der Winter bereits früh beginnt. Hinzu kommt, dass Ölmonopol Gazprom die eigenen Gaslager noch bis zum 1. November auffüllen wird.

Fest steht, dass Putin die Belieferung Europas über die neuen Pipelines laufen lassen will. Gemeint sind damit die Nordstream-Pipelines 1 und 2 in der Ostsee. Nordstream 2 muss vor der Inbetriebnahme jedoch noch strenge EU-Regularien erfüllen. Diesen Prozess scheint Putin mit seinen Äußerungen nun anstoßen und beschleunigen zu wollen. Eine Steigerung der Lieferungen durch die alten Pipelines ist für Gazprom ökonomisch und ökologisch keine Option.

USA ziehen Freigabe strategischer Reserven in Betracht

Seit Wochen befinden sich die Benzinpreise in den USA auf Rekordniveau. In den Staaten lag der Benzinpreis zuletzt bei durchschnittlich 3,19 Dollar pro Gallone, was etwa 0,73 Euro pro Liter entspricht. Für deutsche Verhältnisse ein Schnäppchen, in den USA das höchste Niveau seit 7 Jahren. Nun zieht Energieministerin Jennifer Granholm eine Freigabe der strategischen Ölreserven in Betracht, um dem Trend entgegenzuwirken.

Die strategischen Ölreserven der USA sind die größten der Welt und umfassen laut aktuellen Schätzungen etwa 617,8 Mio. Barrel, was ungefähr einen Monat des US-Ölverbrauchs deckt. Sicher ist die Freigabe, geschweige denn die Höhe dessen, noch lange nicht. Das Energieministerium will die Möglichkeit nur als ernsthafte Alternative in den Fokus rücken. Genauso möglich wäre ein Exportstopp für Rohöl. Damit würden sich die Staaten jedoch selbst ein Bein stellen, da sie sich mittlerweile eine veritable Rohöl-Exportindustrie aufgebaut haben.

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