Ölpreise unterhalb der Langzeithochs – diverse Monatsberichte werden erwartet

Auch wenn das Aufwärtspotenzial momentan begrenzt ist, bleiben die Ölpreise auf Rekordhöhe. Das IEA prognostiziert weitere Turbulenzen für den Energiemarkt. Grund dafür sind auch fehlende Investitionen in vielen Sektoren. In Sachen Atomverhandlungen könnte bald wieder Bewegung kommen. Die EU und die 5+1-Mächte nähern sich dem Iran wieder an.

Am Dienstag starteten die Ölpreise vor einem preisstützenden Hintergrund in den Tag. Experten gingen weiter fest davon aus, dass ein großer Teil der Erdgasnachfrage auf Öl übergehen wird und hoben deshalb ihre Preisprognosen für Rohöl an. Am Morgen und Vormittag blieben die Notierungen in einer engen Handelsspanne. Dabei wurde bei WTI die psychologisch wichtige Marke von 80 Dollar nicht gebrochen und das Abwärtspotenzial blieb begrenzt. Nach oben ging es jedoch auch nicht. Vor allem Forderungen aus dem Weißen Haus an die OPEC+, ihre Mengen zu erhöhen, hielten die Aufwärtsdynamik in Grenzen.

Gute Nachrichten gab es dann aus Russland. Der stellvertretende Außenminister Russlands widersprach kürzlich getroffenen Aussagen, dass Gazprom erst seine eigenen Erdgasspeicher auffüllen werde, bevor es mehr nach Europa exportieren wird. Meldungen über eine mögliche Fortsetzung der Verhandlungen zum Atomabkommen ließen die Ölpreise schließlich fallen. Kurze Zeit später gab es dann noch mal einen erfolglosen Aufwärtstest. Die Ölpreise gingen letztlich unverändert zum Vortag aus dem Handel.

Am Mittwoch präsentieren sich die Notierungen zu Beginn des Tages wie zu Handelsende am Dienstag. Brent handelt mit einem leichten Plus von +0,02 Dollar bei 83,40 USD/B. WTI handelt mit einem Plus von 0,06 Dollar bei 80,60 USD/B. Der bundesdurchschnittliche Heizölpreis bleibt im Vergleich zu gestern gleich. 100 Liter kosten aktuell rund 88,00 Euro.

IEA prognostiziert volatile Phase – Monatsberichte in der Pipeline

Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlichte am Mittwochmorgen ihren jährlich erscheinenden World Energy Outlook. In diesem heißt es, dass dem Energiemarkt eine längere volatile Phase bevorstehen würde. Grund dafür seien vor allem zu geringe Investitionen, um den künftigen Energiebedarf decken zu können. So würde auch die Energiewende noch weiter auf sich warten lassen.

Der Öl- und Gassektor ist laut IEA im Vergleich zu anderen Energiesektoren noch mit am besten aufgestellt. Die dort getätigten Investitionen seien auf einem guten Niveau, wenn es um die Erreichung des Ziels CO2-Neutralität bis 2030 ginge. Die IEA gibt mit ihrem Szenario STEPS im veröffentlichten Report einen Ausblick auf einige Möglichkeiten, wie der Ölmarkt sich entwickeln könnte.

Die Ölnachfrage könnte noch bis 2050 knapp oberhalb von 100 Mio. B/T bleiben und Mitte der 30er Jahre ihren Höhepunkt erreichen. Verwirklichen die Länder dagegen weitestgehend die Maßnahmen, die sie im Vorfeld des Klimagipfels angekündigt haben (Announced Pledges Scenario, APS), könnte die weltweite Ölnachfrage ihren Höhepunkt dagegen bereits kurz nach 2025 erreichen und bis 2050 auf etwa 75 Mio. B/T sinken. Im Szenario, in dem die Maßnahmen zum Erreichen des Null-Emissions-Ziels (Net-Zero-Scenario, NPS) bis 2050 verwirklicht werden, rechnet die IEA bis zur Jahrhundertmitte mit einem Rückgang der Ölnachfrage auf 25 Mio. B/T.

Im Tagesverlauf werden neben dem offiziellen Monatsbericht der IEA auch die Monatsberichte von OPEC und EIA herausgegeben, welche am Nachmittag beziehungsweise am frühen Abend herausgegeben werden.

EU-Unterhändler fliegt nach Teheran – Comeback bei Atomverhandlungen?

Nachdem es bereits monatelang still um die Verhandlungen zur Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 war, könnte nun neues Leben in die Verhandlungen kommen. Aus gut informierten Kreisen heißt es, dass EU-Unterhändler Enrique Mora in der laufenden Woche nach Teheran fliegen wird, um eine Fortsetzung der Gespräche auszuloten.

Neben Mora sollen auch Delegierte der 5+1-Mächte, bestehend aus Russland, China, Frankreich, Großbritannien, den USA + Deutschland wieder verstärkt den Kontakt zur iranischen Regierung gesucht haben, um die Islamische Republik zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen. Neben den wichtigen Vereinbarungen zu einschlägigen Punkten rund um das Atomprogramm des Iran würde eine Einigung auch mehr Öl am Markt bedeuten. Der Iran sieht sich aktuell noch weitreichenden Sanktionen der USA ausgesetzt und große Mengen Öl sind blockiert. Diese könnten bei einer Einigung wieder an den Markt gebracht werden und der aktuellen Unterversorgung entgegenwirken.

Die mobene Unternehmensgruppe