Volatile Handelswoche neigt sich dem Ende – Ölpreise am Morgen weicher

Die Ölpreise starten mit Verlusten in den letzten Tag einer unruhigen Handelswoche. Die USA hat weiterhin mit Rekordpreisen an den Tankstellen zu kämpfen. Präsident Biden gerät immer mehr unter Druck. Iraks Energieminister verteidigt das Vorgehen der OPEC+ in Sache Produktionsstrategie.

Am Donnerstag stiegen die Ölpreise vor einem neutralen Hintergrund in den Handel ein. Die DOE-Daten und Inflationszahlen aus den USA hatten den preisstützenden Effekt der globalen Unterversorgung ausgeglichen. Hinzu kamen die Spekulationen um eine mögliche Freigabe von strategischen Ölreserven der USA.  Im Tagesverlauf präsentierten sich die Notierungen daher volatil und testeten sowohl ihr Abwärts- als auch Aufwärtspotenzial. Für eine klare Richtung konnten sie sich jedoch nicht entscheiden.

Am Nachmittag erschien dann der OPEC-Monatsbericht. Dieser erhielt keine richtungsweisenden Impulse. Für 2021 und 2022 prognostizierte der Bericht zwar niedrigere Nachfragewerte, die Tatsache, dass die OPEC die Förderziele zuletzt nicht erreichen konnte, wirkte dieser Prognose jedoch entgegen. Insgesamt wurde der Bericht daher von den Marktteilnehmern als neutral aufgefasst. Außerdem gab es Meldungen von wetterbedingten Ausfällen in Libyen und einem Stromausfall an dem größten Ölfeld der Nordsee. Doch auch diese Nachrichten sorgten nicht für stärkere Richtungsbrüche, sodass die Ölpreise den Tag im Bereich ihrer Eröffnungswerte beendeten.

Preisentwicklungen am Freitag

Brent: 81,95 USD (-0,69 USD, -0,83 %)

WTI: 80,45 USD (-0,77 USD, -0,95 %)

Heizöl (DE Ø): 89,10 ct pro Liter (-0,9 %)

USA: Benzinpreise schreiben neue Rekordzahlen

Seit Wochen ist der Benzinpreis in den USA so hoch wie lange nicht. Nun vermeldete das Analyseunternehmen GasBuddy Inc. neue Rekordzahlen. Der Benzinpreis im Südstaat Kalifornien hat laut den Daten des Unternehmens gestern den höchsten Stand erreicht, den es je gab. Demnach lag der Durchschnittspreis am Donnerstag bei 4,68 Dollar pro Gallone. Dieser Wert pulverisierte die bisherigen Rekorde aus den Jahren 2008 und 2012.

Doch nicht nur in Kalifornien ist der Benzinpreis aktuell auf Höchstniveau. In den gesamten USA werden Autofahrer an den Tankstellen so viel Geld für Benzin los wie noch nie. Die EIA prognostiziert für den kommenden Monat Dezember landesweit die höchsten Durchschnittspreise für Benzin seit 2013. Auch dadurch wächst der Druck auf Präsident Joe Biden, alsbald Maßnahmen zu ergreifen, um das Preisniveau zu senken. Aktuell wird über die Freigabe von Ölreserven diskutiert. Ein offizielles Statement aus dem Weißen Haus gibt es dazu jedoch nach wie vor nicht.

Iraks Energieminister verteidigt Vorgehen der OPEC+

Der iranische Energieminister Ihsan Abdul Jabbar äußerte sich am Donnerstag zur Produktionspolitik der OPEC+. Ihm zufolge sei das Ziel der Allianz, die globale Ölversorgung zu stabilisieren und sicherzustellen, dass es nicht zu Ausfällen oder Knappheiten kommt. Ein bestimmtes Preisziel würde die OPEC+ mit ihren Maßnahmen nicht verfolgen.

Mit den Aussagen nahm Abdul Jabbar Bezug auf die jüngsten Forderungen vieler Länder, mehr Öl aus dem Bündnis freizugeben. Die OPEC+ hatte zuletzt am 4. November beschlossen, die Produktionserhöhung von 400.000 B/T auch für Dezember beizubehalten. Dies sorgte bei vielen Staaten, unter anderem auch den USA, für Enttäuschung. Fraglich bleibt allerdings ob die OPEC ihrerseits das ausgesprochene Produktionsziel überhaupt erreichen kann. Aus dem gestrigen OPEC-Monatsbericht ging nämlich hervor, dass die Allianz im Oktober hinter ihren Förderzielen zurückgeblieben ist.

Die mobene Unternehmensgruppe