Zum Wochenbeginn: Ölpreise ziehen an, Unterversorgung wächst

Nach einer kurzen Pause geht es für die Ölpreise auch in der neuen Handelswoche auf sehr hohen Niveau weiter. Zahlreiche Marktteilnehmer glauben an eine hohe Steigerung der Ölnachfrage aufgrund der hohen Gaspreise. Die Großbank Goldman Sachs reduziert ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum 2022.

Zum Wochenausklang gab es für die Notierungen nach wie vor Spielraum für Preissteigerungen. Nachdem das US-Energieministerium ablehnte, Mengen aus den strategischen Ölreserven freizugeben, war klar, dass aus dieser Richtung nicht mehr Öl auf den Markt fließen würde. In den frühen Morgenstunden testeten die Ölpreise daher ihr Aufwärtspotenzial und wurden dabei erneut von den hohen Gaspreisen gestützt. Zur Mittagszeit nutzten die Notierungen die dünne Nachrichtenlage, um etwas durchzuschnaufen. Gewinnmitnahmen waren die Folge.

Mit Anbruch des Nachmittags setzte sich die preisstützende Gemengelage am Markt jedoch durch. Die Ölpreise verzeichneten neue Hochs. In der Nacht gab es zwar erneut einige Gewinnmitnahmen, aber die Notierungen gingen mit deutlichen Kursgewinnen und auf einem hohen Niveau aus dem freitäglichen Handel. Am Montag bleiben die Ölpreise auf diesem Level und steigen mit Gewinnen in den Tag ein. Brent legt +1,11 Dollar im Vergleich zum Schluss Freitag zu und handelt bei 83,69 USD/B. WTI macht +1,30 Dollar gut und handelt bei 80,92 USD/B. Die Heizölpreise im Bundesdurchschnitt sind um 1,1 Prozent auf 87,70 Euro pro 100 Liter gestiegen.

Saudi Armaco mit höherer Nachfrageprognose als OPEC

Die hohen Gaspreise haben die Ölnachfrage in den vergangenen Wochen hochgetrieben. Da viele Verbraucher eine Alternative zu Gas suchen, wechseln sie immer häufiger zu Öl als Heizquelle. Die Saudi Aramco geht davon aus, dass der Bedarf an Rohöl daher kurzfristig bis zu 500.000 B/T zunehmen könnte. Damit schätzt das saudi-arabische Ölunternehmen die Nachfragesteigerung höher ein als die OPEC. Die geht von einer Zusatznachfrage von 370.000 B/T aus.

Die Investmentbank Goldman Sachs, die dafür bekannt ist, vor hohen Prognosen nicht zurückzuschrecken, schätzt den Zusatzbedarf sogar auf satte 650.000 B/T ein. Laut der Bank befinde sich der Wechsel von Gas auf Öl noch in einer Frühphase und würde noch an Dynamik zulegen.

Die Gaspreise haben sich an den vergangenen drei Handelstagen wieder etwas beruhigt und große Gewinnmitnahmen verzeichnet. Das Niveau bleibt jedoch sehr hoch. So ist der Preis im Vergleich zum vergangenen Jahr immer noch um 480 Prozent höher.

Goldman Sachs korrigiert Erwartung für das Wirtschaftswachstum

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen war man sich auf dem Markt einig, dass 2021 und 2022 ein starkes Wirtschaftswachstum vollzogen werden würde, um die Ausfälle aus dem letzten Jahr aufzuholen. Einige Prognosen scheinen jedoch zu optimistisch ausgefallen zu sein. So auch die der Großbank Goldman Sachs.

Die Experten rudern nun etwas zurück und korrigieren ihre Prognose für das US-Wirtschaftswachstum für 2022 von +4,4 Prozent auf +4,0 Prozent. Als Grund nennt die Bank die verzögerte Erholung der privaten Konsumausgaben. Auch die Wachstumsprognose für China korrigierte die Bank von +8,2 auf +7,8 Prozent nach unten. Dies rühre vor allem von den knappen Rohstoffen und hohen Gaspreisen im Land her.

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