Grenzwertgeber

Bei der Heizölbestellung ist eine der wichtigsten Angaben die gewünschte Liefermenge. Wie viel Öl bestellt wird, hängt sicherlich zum einen vom aktuellen Ölpreis und zum anderen von Überlegungen zu bisherigem und zukünftigem Verbrauch ab. Dass bei der Heizölbestellung der Heizöltank nicht überläuft, wird durch moderne Technik sichergestellt. Nicht nur eine Vorrichtung im Tankwagen, sondern auch ein kleines Bauteil in Ihrer Anlage schützt den Tank vor dem Überlaufen, der sogenannte Grenzwertgeber.

Wie funktioniert die Überfüllsicherung?

Der Grenzwertgeber ist eine Art Sonde oder Fühler, der in den Öltank hineinragt. Meist ist er in die Entnahmearmatur integriert, um die Tanköffnung möglichst kompakt und funktionsreich zu gestalten. Der Fühler agiert als "Kaltleiter", das heißt er leitet bei geringeren Temperaturen besser und reagiert auf diese. Bei der Heizöllieferung wird der Grenzwertgeber per Kabel elektronisch mit der Abfüllsicherung des Tankwagens verbunden und aufgeheizt. Anschließend ermittelt der Tankwagenfahrer die Freimenge, also wie viel Heizöl der Vorratsbehälter gerade aufnehmen kann. Nach dieser Volumenprüfung beginnt der Pumpvorgang. Kommt der aufgeheizte Grenzwertgeber währenddessen mit dem kälteren Heizöl in Kontakt, schlägt der Sensor aus. Seinen elektrischen Impuls leitet er an die Abfüllsicherung des Tankwagens und stoppt so die Tankbefüllung automatisch. Die Pumpe wird abgeschaltet, sodass kein Öl mehr fließt. Wurde die verfügbare Kapazität des Öltanks im Voraus allerdings korrekt ermittelt und der Pumpvorgang dieser Freimenge entsprechend programmiert, sollte der Grenzwertgeber keinen Alarm auslösen. Er dient lediglich der Absicherung im Falle einer Fehlprogrammierung oder technischen Fehleinschätzung. Schließlich ermöglicht die moderne Technik im Tankwagen die präzise Erfassung der einfüllbaren Heizölmenge. Ein Überlaufen des Heizöltanks kann dadurch ausgeschlossen werden.

Besonderheit bei Batterietanks

Die in Batterietanks installierte Überfüllsicherung wird als Grenzwertgeberkette bezeichnet. Da dieses Heizsystem mehrere Tanks nutzt, werden auch mehrere Füllstandprüfer benötigt. Bei Batterietanks aus Kunststoff wird der Grenzwertgeber im ersten Tank, in Füllrichtung gesehen, installiert und mit Füllstandsbegrenzern in den weiteren Tanks kombiniert. Bei Stahltanks ist der Grenzwertgeber hingegen meist im letzten Tank in Füllrichtung anzubringen. Um sicherzugehen, dass sich die Füllstandprüfer an der optimalen Stelle befinden, lassen Sie Ihre Heizanlage von einem qualifizierten Fachbetrieb einbauen und regelmäßig inspizieren.

Wie voll darf ein Öltank sein?

Da Heizöl sich ausweiten kann, dürfen Heizöltanks zu maximal 90 Prozent gefüllt sein. Hat ein Tank beispielsweise ein Volumen von 3.000 Liter, darf er maximal 2.700 Liter Heizöl enthalten. Der Grenzwertgeber wird meist so angebracht, dass er bei einem Füllstand von 95 Prozent ausschlägt. Er ist somit über der maximalen Füllmenge angebracht und soll eine Art letzte Sicherheitsschwelle darstellen, die im Optimalfall nicht berührt wird. Das Heizöl sollte immer unterhalb des Grenzwertgebers bleiben und diesen nicht ausschlagen lassen.

Ist ein Grenzwertgeber im Öltank Pflicht?

Ja, Öltanks mit 1.000 Liter und mehr Fassungsvermögen müssen mit einem Grenzwertgeber ausgestattet sein. Auch für unterirdische Tanks ist das Bauteil gesetzliche Pflicht. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Heizöl den Vorratsbehälter nicht verlässt und auf den Kellerboden oder in das Grundwasser gelangt. Da auch der Tankwagen des Lieferanten über eine Abfüllsicherung verfügt, ist im Sinne des Umwelt- und Ressourcenschutzes doppelte Sicherheit gewährleistet. Im Zuge der regelmäßigen Wartungen Ihrer Heizungsanlage, sollten Sie auch den Grenzwertgeber von einem Fachbetrieb auf seine Funktion und mögliche Defekte überprüfen lassen.

Moderne Bauteile für bestmöglichen Schutz

Heizsysteme wurden in den vergangenen Jahren stets weiterentwickelt. Moderne Technik gewährleistet einen hocheffizienten Heizprozess. Auch der Grenzwertgeber ist optimiert worden, um bestmöglichen Schutz vor dem Überlaufen eines Tanks zu bieten. So hatten vor 1984 hergestellte Füllstandsprüfer kleine Löcher an ihrer Oberfläche, durch die Heizöl eindringen und den elektrischen Impuls zum Füllstopp auslösen konnte. Diese Löcher drohen allerdings schnell zu verstopfen und die Funktionsweise des Grenzwertgebers einzuschränken. Moderne Füllstandsprüfer besitzen daher statt der Lochbohrungen lange Schlitze, die eine dauerhafte Sicherheit gewährleisten. Auf welchem technischen Stand Ihr Grenzwertgeber ist, kann ein qualifizierter Fachbetrieb feststellen.

Seit dem 01.08.2017 gilt eine Kontrollpflicht des Grenzwertgebers für altere Tanks.

Die mobene Unternehmensgruppe